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Studie des Universitätsklinikums

Neue Technik soll Früherkennung von Brustkrebs verbessern

Münster

Frauen, die nach dem Mammographie-Screening zu einer Nach-Untersuchung eingeladen werden, sind oft in großer Not: Ein Tumor? Oder doch nur eine Gewebe-Überlappung? Eine neue Untersuchungstechnik kann offenbar Unsicherheiten vermeiden.

Von Lukas Speckmann

Systematische Brustkrebs-Früherkennung mit Digitaler Brust-Tomosynthese (DBT) und synthetischer 2D-Mammographie. Foto: Referenzzentrum Mammographie Münster

Das neue Verfahren könnte vielen Frauen unnötige Angst ersparen und Leben retten: Die vor vier Jahren begonnene ­„ToSyMa“-Studie hat nach Angaben des Universitätsklinikums Münster (UKM) vielversprechende Ergebnisse bei der Früherkennung von Brustkrebs geliefert. Demnach ermöglicht die neuartige Brust­-Tomosynthese, eine Weiterentwicklung der digitalen Mammographie-Technik, „wesentlich mehr Frühdiagnosen“.

Fast 100 .000 Frauen nahmen von 2018 bis 2020 an der Studie teil. Die Hälfte der Probandinnen wurde mit herkömmlicher Screening-Mammographie, die andere mit dem neuen Verfahren untersucht. Dabei wird die Röntgenröhre geschwenkt, um mehrere Schichtbilder und damit einen mehrdimensionalen Datensatz zu erzeugen. Der Vorteil: Im traditionellen Verfahren führen Gewebeüberlappungen oft zu unklaren Bildern, die abgeklärt werden müssen. Doch nur in einem von sechs Fällen wird bei der Folge-Untersuchung tatsächlich ein Tumor entdeckt.

Mehr Frühdiagnosen

Die neue Screening-Technik vermag diese Bild-Unsicherheit deutlich zu reduzieren, berichten Studienleiter Prof. Dr. Walter Heindel und „ToSyMa“-Projektmanagerin Prof. Dr. Stefanie Weigel vom UKM; somit könnten bedeutend mehr Frühdiagnosen gestellt werden.

Die höhere Erkennungsrate dürfte zu einem höheren Grad an Frauengesundheit führen: Das wird in den kommenden Jahren durch Auswertung von Krebsregisterzahlen erforscht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Studie bis 2025.

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