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Corona-Krise

Neue Techniken helfen bei der Produktion massenweiser Masken

Nottuln/Rheine

Der Kampf gegen das Coronavirus ist auch ein Kampf gegen die Zeit. Warten auf Schutzmasken aus Fernost ist keine Lösung – also werkeln die Menschen nach Kräften an eigenen Lösungen. Zum Beispiel mit 3D-Druckern.

Frank Vogel

Schutzschilde aus Acrylglas und Kunststoff fertigt ein kleines Team des Projektlabors am Berufskolleg Rheine mit einem Laser-Cutter. Foto:

Privatleute nähen oder lassen ihre 3D-Drucker rattern, Firmen bringen ihr Können ein. Manche kommen stückweise voran – andere schaffen große Mengen.

Normalerweise arbeitet das Nottulner Unternehmen Dokuteam mit Automobilbauern, Luftfahrtindustrie und Maschinenbau zusammen und stellt etwa mit 3D-Druckern Produkte in Kleinserie her: Funktionsmuster, Schablonen, Werkzeuge und mehr. Diese Geschäfte sind eingebrochen. Doch Inhaber Ralf Felmet und seine Mitarbeiter haben reagiert.

Sie produzieren Gesichtsvisiere zum Schutz gegen Tröpfcheninfektion und Türöffner, mit denen man Türen öffnen kann, ohne die Klinke anzufassen. Und das in Serie: Nach Felmets Angaben können mit dem leistungsstarken 3D-Drucker 1000 Visiere pro Tag hergestellt werden, bei den Türöffnern kommt man auf 200 Stück. Verkauft werden sie deutschlandweit.

Geschwindigkeits-Vorteil für Laser-Cutter

Auf eine ganz andere Technik setzt ein kleines Team des Projektlabors am Berufskolleg Rheine: Mit einem Laser-Cutter schneiden sie Schutzschilde aus Acrylglas und Kunststoff, die wie ein Helm aufgesetzt werden. Als großen Vorteil sehen die Tüftler die Geschwindigkeit: „Pro Exemplar hätte es mit einem 3D-Drucker etwa 6,5 Stunden gedauert. Mit unserem Laser-Cutter können wir solche Masken 60-mal schneller herstellen“, verdeutlicht Bertold Sommer, Leiter der kleinen Arbeitsgruppe, die Technik.

Eine komplette Gesichtsmaske besteht bei den Rheinensern aus zwei Seiten­haltern, einem Bügel, einer A4-Overhead-Folie sowie Gummibändern zum Fixieren. Abnehmer ist der Krisenstab des Kreises Steinfurt.

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