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Weltfriedenstreffen der Gemeinschaft Sant‘Egidio

Peace, Pace, Paix, Paz

Münster

Großer Bahnhof für ein großes Thema: In den kommenden Tagen stehen die Städte Münster und Osnabrück ganz im Zeichen des Weltfriedenstreffens der Gemeinschaft Sant‘Egidio. Drei Tage sind dafür anberaumt. Mehr als 5000 Menschen haben sich angemeldet – und prominenter Besuch. 

Elmar Ries

Frieden als Anspruch: Tausende Menschen nehmen an den jährlichen Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant‘Egidio teil (o.l). Die 31. Veranstaltung findet in Osnabrück (o.r.) und Münster (u.l.) statt. Über das Programm sowie den Sinn und Zweck der Treffen und der katholischen Laienbewegung informierte Dr. Matthias Leineweber (u.r.). Foto: dpa, gap, Jürgen Christ

An der Eröffnungsveranstaltung am Sonntag in Münster nehmen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des EU-Parlaments, Antonio Tajani, teil. „Daran, dass unser Treffen in den Städten des westfälischen Friedens stattfinden kann, hätten wir nicht im Traum geglaubt“, sagte am Freitag Dr. Matthias Leineweber vom Vorbereitungsteam ge­genüber unserer Zeitung.

„Ein neues Zeitalter des Dialoges“ einläuten

Den Dialog vor allem zwischen den Religionen zu fördern, ist eine zentrale Aufgabe der Gemeinschaft. Dazu dienen auch die Friedenstreffen. Der Anspruch an die jährlich stattfindenden Veranstaltungen ist durchaus hoch.

Das Treffen in Münster und Osnabrück solle „ein neues Zeitalter des Dialoges“ einläuten, hatte Sant‘Egidio-Generalsekretär Prof. Alberto Quattrucci Anfang der Woche in Münster erklärt. Von einem „Friedenszeichen“, das in die Welt ausgesandt werde, sprachen Genn und Bode. Greifbar wird dies bei der Abschlussveranstaltung am Dienstag in Osnabrück. Dann soll eine während der drei Tage verfasste Friedensbotschaft veröffentlicht werden.

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24 Podien und prominente Teilnehmer

Am Montag und Dienstag werden auf 24 Podien Themen wie die Zukunft Europas, die Flüchtlingssituation oder auch Krieg und Terror beleuchtet. Gestaltet werden sie von prominenten Teilnehmern. 24 Bischöfe – darunter zehn Kardinäle – nehmen teil, Repräsentanten aller großen Religionsgemeinschaften wie der Groß-Imam der Al-Azhar-Universität in Ägypten, Ahmad Muhammad Al-Tayyeb.

Über den Frieden reden in ei­ner Welt, die im­mer unfriedlicher wird: „Ja, das bringt uns auch den Vorwurf der Vergeblichkeit ein“, sagte Leineweber. Dennoch sei es der weltweit 60 000 Mitglieder zählenden Laienbewegung wichtig, diesen Weg weiterzugehen. Denn ohne den Dialog „wäre die Welt noch unfriedlicher.“

Friedenstreffen nur ein Teil der Friedensarbeit

Dabei erschöpft sich das praktische Tun Sant‘Egidios nicht in der Durchführung der Friedenstreffen; das in Münster ist übrigens das 31. „Dazwischen leisten wir aktive Friedensarbeit“, erklärte Leineweber. Das zeigt sich im Kleinen, beispielsweise in der Flüchtlingsarbeit, das zeigt sich auch im Großen: So haben Sant‘Egidio-Mitglieder dabei geholfen, dass die Friedensverträge in Mosambik, dem Senegal und in der Zentralafrikanischen Republik umgesetzt werden konnten.

Die katholische Bewegung Sant´ Egidio

Es handelt sich um das dritte Weltfriedenstreffen in Deutschland nach Aachen 2003 und München 2011. Erstmals hatte Papst Johannes Paul II. 1986 die Vertreter aller großen Weltregionen zu einem Tag des Gebets und der Begegnung nach Assisi eingeladen; alle zehn Jahre findet das Treffen am Ursprungsort statt.

Ausrichter ist die im Mai 1968 in Rom entstandene katholische Bewegung Sant‘Egidio. Sie ist nach ihrem Hauptsitz, dem ehemaligen Kloster Sant‘Egidio im römischen Stadtteil Trastevere, benannt. Sant‘ Egidio widmet sich der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten sowie dem Dialog der Religionen. Die Gruppe hat nach eigenen Angaben 60 000 Mitglieder in 70 Ländern, davon 5000 in Deutschland.  -da-

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