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„Jagdmethode verstößt gegen Tierschutz“

Peta verklagt Teckelclub für Fuchsjagd

Nordkirchen/Münster

Die Tierschutzorganisation Peta hat die Verantwortlichen einer Schliefen­anlage in Nordkirchen angezeigt. Das geht aus einer Pressemitteilung von Montag hervor. Sie wirft dem Teckelclub Olfen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor.

Von Stefan Werding

Foto: dpa

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Münster hat bestätigt, dass die Behörde aufgrund der Anzeige aus dem Januar 2022 ermittelt. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. Der Verein hat nach eigenen Angaben über 100 weitere Betreiber im ganzen Bundesgebiet angezeigt, um auf die „massiven und andauernden Qualen der Füchse in Schliefenanlagen aufmerksam zu machen“.

Die Tierrechtsorganisation fordert die Schließung der Anlage in Nordkirchen sowie die Beschlagnahmung der dort möglicherweise noch eingesperrten Füchse. Wie in über 100 anderen Schliefenanlagen in Deutschland auch würden Füchse dort in Tunnel getrieben, in denen Hunde sie in Todesangst versetzen würden.

„Schliefenanlagen an Grausamkeit kaum zu überbieten“

Es dürfe nicht sein, dass sie eingesperrt und zur Jagdhundeausbildung missbraucht werden, heißt es in einer Peta-Pressemitteilung. Schliefenanlagen seien an Tierschutzwidrigkeit und Grausamkeit kaum zu überbieten. „Schliefenanlagen müssen sofort verboten werden. Mit der Anzeige wollen wir die Grausamkeiten, die sonst im Verborgenen stattfinden, ans Licht der Öffentlichkeit bringen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen“, wird Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei Peta, zitiert.

Schliefenanlagen und Baujagden sind laut Peta in Deutschland erlaubt. Dabei verstoßen die Betriebe nach Auffassung der Organisation grundsätzlich gegen das Tierschutzgesetz.

„Permanent in Todesangst“

Füchse seien in den Anlagen permanent in einem Zustand der Todesangst, denn immer wieder hetzten Jäger Hunde in das Tunnelsystem, das den Fuchsbau simulieren solle. Zwar wird der Fuchs in einen durch Gitter von den Hunden getrennten Kessel gesetzt, um dort aufgespürt zu werden – dennoch müsse er so ständig um sein Leben fürchten.

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