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Modellprojekt

Apotheker dürfen gegen Grippe impfen

Münster

Die Grippeschutzimpfung soll niedrigschwelliger werden. In Westfalen-Lippe dürfen daher jetzt auch Apotheker ran. Eine Verbesserung für die Patienten? Das sehen nicht alle so. 

Von Stefan Werding

Klaus Michels, , Vorstandschef des Apothekerverbands Westfalen-Lippe (AVWL). Foto: AOK

Apotheker dürfen demnächst Patientinnen und Patienten aus Westfalen-Lippe gegen die Grippe impfen. Das berichtet die AOK Nordwest. Möglich macht das ein Modellprojekt, an dem sich 700 Apotheken in Dortmund, im Regierungsbezirk Detmold, im Kreis Olpe, im Märkischen Kreis sowie im Hochsauerlandkreis beteiligen können. Um zum Start der neuen Grippe-Impfung bereit zu sein, würden schon die ersten Apothekerinnen und Apotheker qualifiziert.

Solche Impf-Apotheken sollen laut AOK vor allem Menschen erreichen, die sich zuvor nicht haben impfen lassen. „Die Apotheken sind also eine zusätzliche, unkomplizierte Möglichkeit für die Menschen, sich gegen die Virusgrippe impfen zu lassen“, meint Klaus Michels, Vorstandschef des Apothekerverbands Westfalen-Lippe (AVWL).

Ärzte warnen vor "Impfen am Tresen"

Die Ärzte sehen das kritisch. Ein Sprecher verweist auf die Position, die die Ärztekammer schon lange zu solchen Plänen vertritt: „Impfen ist eine ärztliche Tätigkeit. Impfen am Tresen darf es nicht geben.“ Auch der Besuch einer Hausarztpraxis sei niedrigschwellig. „Das Impfen geht dort wunderbar“, sagt Klaus Dercks. „Wir glauben nicht, dass das Impfen in Apotheken nötig ist.“ Tatsächlich würden die Impf-Pläne der Apotheker die Patientensicherheit gefährden.

Grippeschutzimpfungen auch in Apotheken durchzuführen, macht das zum 1. März 2020 in Kraft getretene Masernschutzgesetz möglich.

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