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Aufklärungsquote dürftig

Polizei läuft Fahrraddieben hinterher

Münster/Düsseldorf

5193 - die Zahl der geklauten Fahrräder ist in Münster im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Und die Chance, die Leeze wieder zu bekommen, ist gering.

Hilmar Riemenschneider

Fahrraddiebe haben es oft zu leicht: 83.870 Mal schlugen sie 2015 in NRW zu. Foto: dpa (Symbolbild)

Die Hauptstadt der Fahrradfahrer ist Münster, Hauptstadt der Fahrraddiebe indes ist Köln. Dort nahm die Polizei im vergangenen Jahr 8037 Anzeigen wegen gestohlener Räder entgegen, etwas weniger als noch 2014 mit 8250. In Münster, wo rein rechnerisch jeder Einwohner mindestens zwei Fahrräder besitzt, verlief die Entwicklung umgekehrt, die Zahl der gemeldeten Diebstähle stieg von 4523 auf 5193. Platz drei in NRW belegt Düsseldorf, wo 2015 mit 4414 Fällen 225 gestohlene Räder mehr gemeldet wurden als im Vorjahr.

Niedrige Aufklärungsquoten

Allen Städten ist gemein: Den Fahrraddieben läuft die Polizei trotz aller Bemühungen meist hinterher. Die Aufklärungsquote in Münster erreichte 2015 immerhin 7,5 Prozent (2014: 6,9). 390 geklärte Fälle waren das – ähnlich viele wie in Köln, wo es aber nur eine Quote von 4,9 Prozent (5,4) ergab. In Düsseldorf dümpelt sie bei 4,4 Prozent (5,4).

Diese Zahlen gehören zu einer noch unveröffentlichten Aufstellung aller Städte und Gemeinden, die Innenminister Ralf Jäger auf FDP-Anfrage vorgelegt hat. Landesweit wurden 2015 demnach 83.870 Fälle gemeldet – 2000 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote sank von 7,9 auf 7,2.

Niedrige Aufklärungsquote

Fahrraddiebstähle: Was Münster von Fürth lernen kann

„Insgesamt muss der Fahndungsdruck auch bei Alltagsdelikten in NRW erhöht werden“, fordert der FDP-Kommunalexperte Henning Höne, der die Anfrage stellte. „Wir dürfen uns mit der Situation nicht abfinden.“ Der Innenminister mache es sich zu leicht, wenn er die Verantwortung an die örtlichen Polizeibehörden abschiebe. „Mindestens in den besonders betroffenen Städten sollte die Landesregierung die Behörden vor Ort unterstützen.“

Fahrraddiebe im Münsterland

Auch wenn Münster hervorsticht, im Münsterland plagen Diebe die Radler in den meisten Städten und Gemeinden: In Ahlen stieg die Fallzahl um zehn Prozent auf 546. Jede neunte Tat wurde aufgeklärt. In Coesfeld schnellten die Fälle von 392 auf 609, nur 3,6 Prozent konnten geklärt werden. In Emsdetten schlugen Fahrraddiebe doppelt so oft zu wie 2014, von den 600 Taten 2015 wurden 4,7 Prozent aufgeklärt. In Steinfurt sank die Zahl um ein Viertel auf 316, geklärt wurden 26 Fälle.

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