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Stiftskreuzprozess

Polizei stoppt Tumult im Gericht

Steinfurt/Münster

Am Landgericht Münster wurde am Freitag der Prozess um das gestohlene Borghorster Stiftskreuz weiterverhandelt. Dass es dabei weder Verletzte noch Anzeigen gab, wie der Sprecher des münsterischen Polizeipräsidiums zufrieden feststellte, ist wohl nur der Schnelligkeit seiner Kollegen zu verdanken.

Axel Roll

Die drei mutmaßlichen Stiftskreuzdiebe an einem früheren Prozesstag. Foto: Gudrun Niewöhner (Archiv)

In wenigen Minuten standen sechs Streifenwagen und vier Motorräder vor dem Haupteingang des Landgerichts. Drinnen im Foyer waren sich die Mitglieder zweier Familienclans, die während des Prozesses um das in Borghorst gestohlene Stiftskreuz aufeinander getroffen waren, im wahrsten Sinne des Wortes an die Gurgel gegangen. Die bereits vorgewarnten Justizbeamten hatten den Tumult nicht verhindern können.

Der Hass aufeinander muss groß sein. So haben die drei mutmaßlichen Stiftskreuzdiebe, die alle Nähe zu einer Bremer Großfamilie haben, ihre Ergreifung unter anderem der Anzeige einer jungen Frau aus einer hannoverschen Sippe zu verdanken.

Von der Schwägerin verpfiffen

Die Tippgeberin war mit dem Bruder eines Angeklagten verheiratet gewesen. Nach ihrem Gang zur Polizei war die Stimmung zwischen den Familien gekippt. Wöchentlich soll es gegenseitige Drohanrufe gegeben haben. Am Freitag sagte die Mutter der Frau aus, die zur Polizei gegangen war. Sie belastete einen der mutmaßlichen Diebe schwer.

Das Stiftskreuz war am 29. Oktober 2013 aus der Borghorster Nikomedeskirche gestohlen worden und ist seitdem nicht wieder aufgetaucht. Es hat einen unschätzbaren ideellen Wert.

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