Lebensmittelerzeugung

Regionalwert-AG wird konkret - Bürgeraktiengesellschaft sucht Investoren

Münsterland

Wie lässt sich die regionale und ökologisch verantwortliche Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln anschieben? Eine Idee ist eine Regionalwert-Bürgeraktiengesellschaft. In vielen Regionen Deutschlands gibt es sie bereits – jetzt kommt das Konzept ins Münsterland.

Gunnar A. Pier

Antonius Winkelmann ist Naturland-Landwirt in Dülmen-Merfeld. Weil Landwirte wie von von einer Regionalwert-AG zu profitieren hoffen, engagiert er sich für das Projekt. Foto: Regionalwert

Als am vergangenen Samstag bei der Münsterlandkonferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung ein „Nachhaltiger Wandel in der Ernährungsbranche“ diskutiert wurde, kam auch die Rede auf das Konzept der Regionalwert-Bürgeraktiengesellschaft – einer Idee, die gerade auch im Münsterland mit Leben gefüllt wird. Die Vorbereitungen laufen seit Monaten – jetzt können erste Aktionäre einsteigen. Doch was steckt dahinter?

Die Regionalwert-Projekte, die es bereits in mehreren Regionen in Deutschland gibt, unterstützen Projekte, die die Lebensmittelerzeugung regionaler, ökologischer und handwerklicher machen. Dazu sammelt die Regionalwert-AG Eigenkapital bei Menschen ein, die auf diese Weise Anteilseigner werden. Diese Aktionäre bringen Idealismus mit und Geld, das sich – so ist es langfristig geplant – auch vermehrt. „Der Aktienkauf ist keine Spende“, erklärt Carsten Rech, Regionalmanager bei der Lokalen Aktionsgruppe Steinfurter Land, die mit anderen das Projekt im Münsterland anschiebt.

Warenfluss anregen

Die Regionalwert-AG steigt mit dem Geld bei Erzeugern, verarbeitenden Betrieben und Händlern ein, die Grundsätze wie Regionalität und Ökologie beachten. Sie wird Anteilseigner, hält sich aus dem operativen Geschäft aber raus. Wichtig sei es, neben der finanziellen Hilfe für ein Netzwerk zu sorgen, damit Anbieter und Nachfrager zueinander finden. „Wir möchten den Warenfluss in der Region anregen.“ Damit etwa der Gastronom regionale Lieferanten kennenlernt.

Startkapital: 150.000 Euro

Die Vorbereitungen laufen schon lange, im Frühjahr soll die Aktiengesellschaft gegründet werden – mit zunächst 150.000 Euro Kapital. Investoren können sich bereits melden.

Interessierte erfahren Näheres in einer Online-Informationsveranstaltung am Montag, 7. Dezember, von 18.30 bis 20.30 Uhr, für die man sich im Vorfeld über die Homepage der Initiative anmelden kann.

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