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Landmaschinenhersteller Claas

Rekord-Bilanz im Corona-Jahr

Harsewinkel

Viele Unternehmen leiden unter der Corona-Pandemie. Doch es gibt Ausnahmen. Dazu zählt auch der Landmaschinenhersteller Claas aus Harsewinkel.

Jürgen Stilling

Claas-Mähdreschersind weltweit auf den Feldern anzutreffen. Foto: dpa

Ein Produktionsstopp von dreieinhalb Wochen wegen coronabedingter Lücken in der Lieferkette konnte Claas nicht bremsen: Der Erntemaschinenkonzern aus Harsewinkel erzielte 2020 einen Umsatzrekord von 4,042 Milliarden € (plus 3,7 Prozent).

„Wir haben zum ersten Mal die magische Marke von vier Milliarden Euro geknackt“, zeigte sich der Vorsitzende des Konzernvorstands, Thomas Böck, in einer Video-Konferenz euphorisch. Auch der Gewinn wuchs unter dem Strich kräftig um über elf Prozent auf 107,1 Millionen €. Die Umsatzrendite erhöhte sich von 3,5 auf 3,9 Prozent.

2021 soll es nach Vorstellung von Böck weiter aufwärts gehen. „Nachwehen der Pandemie erwarten wir in unserer Bilanz nicht.“ Umsatz und Ertrag sollen weiter zulegen. Genaue Wachstumspläne nannte der Konzernchef allerdings nicht.

Die Folgen der Pandemie habe der ostwestfälische Konzern, der nach eigenen Angaben Weltmarkführer bei Feldhäckslern und in Europa Marktführer bei Mähdreschern ist, gut wegsteckt. „Wir haben frühzeitig reagiert und ein Krisenmanagement-Team für unsere internationalen Standorte eingesetzt“, betonte Böck. Lediglich die gestörte Belieferung mit Motoren aus Fernost habe im März und April einen kurzzeitigen Fertigungsstopp erzwungen.

Trotz der Widrigkeiten habe man aber „eine ganze Reihe von Erfolgen“ erzielt, betonte der Chef. Besonders stark sei der Verkauf in Russland gewachsen. Auf dem „für uns sehr, sehr wichtigen britischen Markt“ zeige der Brexit zunehmend Wirkung, so Böck. Weltweit hat Claas im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 7000 Mähdrescher und 10 000 Traktoren ausgeliefert.

Die insgesamt gute Stimmung in der Agrarbranche beflügelt Claas. Doch der Vorstandsvorsitzende sieht für das kommende Jahr auch Risiken. Der starke Euro zähle dazu, aber auch die anhaltenden Handelskonflikte zwischen den USA und China. Außerdem bleibe die Corona-Pandemie unberechenbar, ebenso wie die Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest. Extreme Wetterschwankungen durch den Klimawandel werden die Marktentwicklung laut Böck langfristig unsicherer machen.

Die Zahl der Claas-Mitarbeiter sank im laufenden Jahr weltweit minimal um 0,5 Prozent auf knapp 11 400. Doch in Deutschland wuchs die Belegschaft um 1,7 Prozent auf nahezu 5600 Beschäftigte, darunter 3372 im Stammwerk in Harsewinkel, wo 53 Mitarbeiter binnen Jahresfrist hinzukamen.

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