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Atomenergie

Remmel will Urenco stilllegen

Gronau/Düsseldorf

NRW-Umweltminister Johannes Remmel will offenbar die Urananreicherungsanlage in Gronau (UAA) mittelfristig stilllegen. Auf einer Tagung mit den Umweltministern der anderen Bundesländer will Remmel eine entsprechende Initiative starten.

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Die Urananreicherungsanlage von Urenco in Gronau soll nach Willen des NRW-Umweltministers stillgelegt werden. Foto: Jürgen Peperhowe

„Es ist nicht vermittelbar, dass Gronau trotz Ausstiegsbeschlusses in Deutschland weiterhin Brennstoffe auch für sicherheitstechnisch problematische ausländische Atomkraftwerke herstellt“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Düsseldorf. Auf einer am Mittwoch beginnenden Tagung der Landes-Umweltminister will Remmel eine entsprechende Initiative unter Federführung des Landes NRW auf den Weg bringen. Die Urenco in Gronau versorgt nach unbestätigten Angaben die belgischen Pannen-Kernkraftwerke Doel und Tihange mit Brennstoff.

Eine mögliche Urenco-Stilllegung war zuletzt 2011 im Wirtschaftsausschuss des Landtages intensiv diskutiert worden. Tenor: Ein Widerruf der Genehmigung komme nur infrage, wenn ein im Atomgesetz verankerter Widerrufsgrund vorliege – der nach damaliger Einschätzung aber nicht vorlag. Zudem wäre bei einer Schließung eine „angemessene Entschädigung in Geld“ fällig, so das Wirtschaftsministerium seinerzeit. Urenco selbst sprach von „Milliardenverlusten“, die kompensiert werden müssten.

Für die Stadt Gronau wäre eine Urenco-Stilllegung finanziell ein schwerer Schlag: Mehr als 30 Millionen Euro Gewerbesteuer spült das Unternehmen jährlich in die Stadtkasse.

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