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„Fünf Freunde“-Bücher

Sarah Bosse aus Billerbeck schreibt im Namen von „Enid Blyton“

Billerbeck

Die Bände 41 bis 70, die sind von Sarah Bosse. Auch wenn auf dem Cover „Enid Blyton“ steht. Die Billerbeckerin hat von 2006 bis noch vor drei Jahren die berühmte „Fünf Freunde“-Reihe der verstorbenen britischen Schriftstellerin fortgeführt – als Ghostwriterin.

Stephanie Dircks

Passend zum neuen Film „Fünf Freunde – Und das Tal der Dinosaurier“, der nächste Woche Donnerstag in den Kinos anläuft, hat Schriftstellerin Sarah Bosse das Buch geschrieben Foto: Stephanie Dircks

Sarah Bosse hat die Abenteuer von Julien, Dick, Anne, Georgina (George) und Hund Timmy, die in der deutschen Ausgabe Julius, Richard, Anne, Georg und Tim heißen, weiter zu Papier gebracht. Und nicht nur das: Sarah Bosse schreibt auch die Bücher zu den Kinofilmen der „Fünf Freunde“.

Am Donnerstag kommt der nächste Abenteuerstreifen ins Kino. Der trägt den Titel „Das Tal der Dinosaurier“. Aus dem Drehbuch von Regisseur Mike Marzuk hat die Kinderbuchautorin das passende Buch zum Film verfasst – und das bereits zum fünften Mal für ein „Fünf Freunde“-Abenteuer auf Leinwand. „Dieses Mal war der Film schon in der Rohfassung fertig, als ich angefangen habe zu schreiben. Ich konnte also direkt beim Schreiben abgleichen“, erzählt Sarah Bosse. „Denn im Film sieht man Details, die man nicht im Drehbuch hat.“

Keine Handys in den Geschichten

Millionen von Kindern sind mit den Büchern von Enid Blyton groß geworden – Sarah Bosse hat sie als Kind nicht gelesen. „Blyton war bei uns verpönt. Meinen Eltern war das damals zu unkritisch“, erzählt die Billerbeckerin. Als sie für den Schneider-Verlag angefangen hat, die „Fünf Freunde“-Reihe fortzusetzen, „habe ich vorab einen Karton mit 40 Bänden bekommen und quergelesen“, sagt sie.

Anfangs sei es eine Herausforderung gewesen, „weil ich nicht schreiben konnte, wie ich wollte. Bei der Reihe muss ich mich an Blytons Stil halten und dabei den Spagat machen, dass die Geschichten auch heute noch für Kinder gut zu lesen sind. Es darf nicht zu antiquaristisch sein“, so die Autorin. Handys gibt es in den Geschichten dennoch nicht. „Wenn die ,Fünf Freunde’ unterwegs sind und telefonieren möchten, müssen sie schauen, wo dafür das nächste Haus ist“, so Sarah Bosse. „Aber das entschleunigt alles. Die ,Fünf Freunde’ sind viel draußen, fahren mit dem Fahrrad, campen – das ist pures Abenteuer.“

Roman-Reihe auf Eis gelegt

Und genau das ist es, was der Billerbeckerin an den „Fünf Freunden“ richtig gut gefällt. Das Abenteuer steht immer im Mittelpunkt. Die Filme sind moderner – genauso wie der Teil „Das Tal der Dinosaurier“. „Es sind keine Verfilmungen von den Büchern, die bereits existieren. Es sind komplett neue Geschichten.“

Der neue Kinofilm

„Das Tal der Dinosaurier“ ist das fünfte Kino-Abenteuer der „Fünf Freunde“, bei dem sie im Wettlauf gegen einen Dieb versuchen, den Ausgrabungsort eines echten Dino-Skeletts zu finden. Kinostart ist am Donnerstag, 15. März 2018. Der Kinderkanal „KiKA“ zeigt am Samstag (17. März) um 17.45 Uhr in der Sendung „Timster“ einen Beitrag rund um die „Fünf Freunde“ mit Sarah Bosse.

Die Roman-Reihe der „Fünf Freunde“ wird erst einmal nicht fortgesetzt, sondern ist seit Band 70 auf Eis gelegt. Sarah Bosse: „Die Bände werden überarbeitet. Sie werden neu aufgelegt und erhalten ein neues Gewand. In den deutschen Büchern hatten die Charaktere bislang deutsche Namen. Aber sie bekommen nun die englischen. Das finde ich toll.“

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