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SpaceX-Projekt

Satelliten liefern als Perlenkette Himmelsschauspiel

Münster

In diesen Tagen sind vermehrt beeindruckende Bilder am Himmel zu sehen. Der Grund dafür sind sogenannte Starlink-Satelliten, die das private Raumfahrtsunternehmen SpaceX ins All geschossen hat.

WN

Der Nachthimmel liefert derzeit spannende Anblicke. Foto: dpa

Seit Januar schießt SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Tesla-Boss Elon Musk, regelmäßig Internet-Satelliten ins Weltall. Insgesamt 360 hiervon sind bereits im Umlauf, 60 weitere sollen aus den USA am Donnerstag folgen. Für die Bürger in Deutschland bietet sich dadurch die Möglichkeit, ein interessantes Schauspiel am Himmel zu beobachten.

Bei den Überflügen sind die Internet-Satelliten meist wie an einer Schnur aneinander gereiht und ergeben einen spektakulären Anblick, der mehrere Minuten andauern kann. Oft ist das in den frühen Morgenstunden der Fall. Ein klarer und dunkler Himmel ist dabei ideal. Die "Lichterkette" ist angesichts des klaren Wetters derzeit besonders gut zu sehen. "Die Satelliten sind nach dem Start relativ eng beieinander, sehr niedrig und deswegen sehr auffallend für gelegentliche Beobachter", erklärte kurz nach dem Auftakt Rainer Kresken von der Starkenburg-Sternwarte im hessischen Heppenheim das Phänomen.

Hinter den zahlreichen Satelliten steckt ein Projekt von Musk, der auf diese Weise weltweit flächendeckendes Internet aufbauen möchte. Kritik kommt aus den Reihen der Astronomie, die sich durch die Starlink-Programme gestört fühlt.

Sichtbarkeit im Münsterland

Im Münsterland sind zum Beispiel am Montag gegen 23 Uhr Satellitenreihen auf dem Weg von West nach Nordost für sechs Minuten gut zu sehen. Am Dienstag in aller Frühe um 4.30 Uhr ziehen sie für vier Minuten sichtbar von Südwest nach Ost und am Abend gegen 22 Uhr für sechs Minuten von West nach Ost. Exakte Angaben für die nächsten Tage gibt es hier: https://findstarlink.com

Die Objekte werden wie andere Satelliten oder die Internationale Raumstation ISS durch die Sonne angestrahlt und leuchten dann am Nachthimmel. Die Perlenketten-Struktur löse sich mit der Zeit auf, sagte ein Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wenn die Satelliten in eine höhere Umlaufbahn kämen, werde die Kette automatisch auseinander gezogen.

Nach aktuellen Prognosen haben Neugierige auch Glück mit dem Wetter: In den kommenden Nächten herrscht meist sternenklarer Himmel.

Freie Sicht auch auf Sternschnuppen

Die Starlink-Kette wird in den nächsten Nächten aber nicht der einzige Grund sein, den Nachthimmel zu beobachten. Denn zusätzlich werden zahlreiche Sternschnuppen der Lyriden zu sehen sein. „Alle zwei Minuten könnte man eine Sternschnuppe sehen“, erklärt Ulrich Köhler vom DLR. In der Nacht zum Dienstag, aber vor allem in der Nacht zum Mittwoch könnten Sternschnuppen-Liebhaber auf ihre Kosten kommen.

„Es ist von der Menge nicht mehr als in jedem anderen Jahr“, erklärt Köhler. Die Voraussetzungen zur Sichtung seien nur besonders gut. Die Nacht sei durch den abnehmenden Mond dunkler. „Wir haben deswegen zur Zeit sehr gute Sichtbedingungen, aber auch, weil so wenig geflogen wird und die Luft so sauber ist.“

Der Astronom empfiehlt das Beobachten von erhöhten Punkten, in einem Park oder außerhalb der Stadt, da dort weniger Streulicht von Stadtlichtern die Sicht auf die Sternschnuppen erschwere.

Was sind die Lyriden?

Die Erde durchquert jedes Jahr im April um diese Zeit den Schweif eines Kometen. Dieser ist bereits 1861 im Sonnensystem entdeckt worden. „Jedes Jahr so am 21., 22., 23. durchquert die Erde den Rest dieses Kometenschweifs“, so DLR-Experte Köhler. Dabei kämen Staubpartikel in die Erdatmosphäre. Durch das Auftreffen verglühten die Partikel und Sternschnuppen seien sichtbar.

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