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Brände und Rettungseinsätze

Silvester-Bilanz: So verlief die Neujahrsnacht im Münsterland

Münsterland

In der Region wurde das neue Jahr mit ausgelassen Partys begrüßt. Die Polizei im Münsterland zieht insgesamt eine positive Bilanz - dennoch kam es zu zahlreichen Einsätzen.

Von Lea Wolfram, Helmut Etzkorn, dpa

Nach zwei Jahren Corona-Feuerwerksverbot durfte in Deutschland, bis auf wenige Ausnahmen wie in Köln oder Bielefeld, erstmals wieder ausgelassen geböllert werden. Auch in der Region begrüßten viele Menschen mit Feuerwerk und Raketen das Jahr 2023. In der Folge mussten Feuerwehr und Rettungsdienst an vielen Orten im Münsterland wegen Unfällen und Bränden ausrücken. Dennoch ist die Bilanz der Polizei insgesamt positiv.

Brennende Autos in Münster - Polizei ermittelt

Insgesamt 70 "silvestertypische" Einsätze meldet die Polizei in Münster. Die Beamten mussten Streitigkeiten schlichten und alkoholisierte Gruppen vor Kneipen und Bars voneinander trennen. Sieben Personen bekamen Anzeigen wegen Körperverletzung, Anzeigen wegen Sachbeschädigungen erwarten nun neun Störer. Drei von ihnen kamen in Polizeigewahrsam, um dort ihren Rausch ausschlafen zu können.

Zudem kam es zu mehreren Brandeinsätzen in Münster: In Nähe des Duesberg Parks brannten am Neujahrsmorgen gegen 7 Uhr gleich ein halbes Dutzend geparkte Autos, Brandstiftung wird vermutet. Der Schaden liegt im sechsstelligen Euro-Bereich. Insgesamt bilanziert die Feuerwehr 28 Brandeinsätze, deutlich mehr als im Vorjahr. Wohl auch, weil einfach mehr Menschen unterwegs waren und es bis zum Morgen trocken blieb.

Münsteranerinnen und Münsteraner begrüßten das neue Jahr auf dem Domplatz. Foto: Helmut Etzkorn

Kreis Borken: 172 Einsätze für Rettungskräfte und Feuerwehr

Die Rettungsdienste und die Feuerwehren im Kreis Borken hatten zum Jahreswechsel ebenfalls gut zu tun: Von 22 Uhr am Silvestertag bis zum Neujahrsmorgen um 7.30 Uhr verzeichnete die Kreisleitstelle 172 Einsätze. Davon betrafen 152 den Rettungsdienst und 20 die Feuerwehren. Insgesamt hatte die Silvester-Schicht der Leitstelle 364 Einsätze zu koordinieren. An „normalen“ Tagen sind es 200 bis 250.

Ähnlich fällt auch das Fazit der Polizei Borken aus: „Insgesamt eine unauffällige Bilanz“, heißt es in einer Presseerklärung. Insgesamt sei es zu 138 Einsätzen der Polizei gekommen. In der Silvesternacht wurden 17 Strafverfahren nach Körperverletzungsdelikten und 13 wegen Sachbeschädigungen eingeleitet. Zudem wurden drei Raubdelikte angezeigt. Zudem kam es zu Widerstand gegen Polizeibeamte: Ein 23 Jahre alter Mann aus Bocholt befolgte gegen 5.55 Uhr auf dem Europaplatz nicht den ihm erteilten Platzverweis und leistete Widerstand gegen die dann folgende Ingewahrsamnahme, berichtet die Polizei.

Ruhige Silvesternacht im Kreis Warendorf

Auch im Kreis Warendorf zieht die Polizei Warendorf eine eher positive Bilanz: Im Kreisgebiet sei es zwar zu mehr Einsätzen als in den vergangenen zwei Corona-Jahren gekommen, dennoch sei die Einsatzlage überschaubar gewesen, berichtet ein Pressesprecher der Polizei Warendorf auf Nachfrage.

Ungewöhnlich sei laut Polizei jedoch die Anzahl der Brände gewesen: Zwischen 0 Uhr und 4:30 Uhr sind Polizisten kreisweit allein zu 15 Bränden gerufen worden. Unter anderem standen Mülltonnen in Brand, Hecken, Reste von Feuerwerkskörpern oder ein Spielgerüst. In Ahlen brannte die Fassade des Parkbads.

In Everswinkel gerieten gegen 0:03 Uhr eine Hecke und ein Gartenhaus in der Ludwig-Gausebeck-Straße in Brand - vermutlich durch einen Feuerwerkskörper. Das Feuer drohte zunächst auf das Wohnhaus überzugreifen, konnte aber durch die Feuerwehr gelöscht werden - verletzt wurde niemand.

In Warendorf-Milte geriet am Sonntagmorgen (8:42 Uhr) ein Fachwerkhaus am Beverstrang in Vollbrand. Die Brandursache ist noch unklar und wird durch die Kriminalpolizei ermittelt - verletzt wurde auch hier niemand. Nach aktuellem Stand ist das Haus nicht mehr bewohnbar. Der Sachschaden wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt.

„Typische Silvesternacht“im Tecklenburger Land

Andreas Glünz von der Kreispolizei spricht von einer „typischen Silvesternacht“ mit mehreren kleineren Einsätzen im Tecklenburger Land im Kreis Steinfurt. Auch die Feuerwehren konstatieren, dass trotz der großen Anzahl an Feuerwerkskörpern, die den Himmel erleuchteten, vergleichsweise wenig passiert sei. Die Kameraden der Feuerwehren aus Lengerich und Ladbergen waren – während andere feierten – dennoch mehrfach gefordert.

Böller und Randalierer: Viele Silvestereinsätze für Polizei

Die Landesleitstelle der Polizei in Nordrhein-Westfalen meldet nach der Silvesternacht in einer ersten vorläufigen Bilanz eine „eher ruhige“ Einsatzlage gemessen an den Zahlen. Das sagte ein Beamter am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.

Kurz nach dem Jahreswechsel hatte die Polizei in Düsseldorf und Köln von Einsätzen mit „diversen Randalierern und auf sich einschlagenden Personen“ berichtet. Auch seien Böller in Richtung von Personen abgefeuert worden. Außerdem sei es mit steigendem Alkoholpegel auch zu kleineren Auseinandersetzungen und Pöbeleien gekommen. Auch in Bielefeld kam es in der Silvesternacht zu zahlreichen Einsätzen, wie das Westfalen-Blatt berichtet.

Die Menschen in NRW hatten Silvester nach zwei Jahreswechseln mit Corona-Maßnahmen wieder ohne größere Einschränkungen feiern dürfen. In einigen Großstädten in NRW waren für die Silvesternacht aus Sicherheitsgründen Böllerverbotszonen eingerichtet worden. In Köln, Düsseldorf, Bielefeld und Dortmund etwa durften zum Jahreswechsel Feuerwerkskörper nur außerhalb der Sperrzonen gezündet werden.

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