Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr

So feiert das Münsterland Ludwig van Beethoven

Münsterland

Kein anderer Künstler bekommt in diesem Jahr mehr Aufmerksamkeit als Ludwig van Beethoven. 250 Jahre würde er – und Kulturschaffende feiern das Genie, das mit wilden Locken, Gehörlosigkeit und der „Ode an die Freude“ verbunden wird. Auch im Münsterland wird Beethoven in diesem Jahr gefeiert.

Michaela Töns

Foto: Sonja Werner

Lockiges Haar, grantiger Blick, genialer Misanthrop? War er so, der große Ludwig van Beethoven, wie ihn seine Totenmaske und das berühmte Stieler-Porträt zeigen? Das laufende Jahr zu seinen Ehren, in dem der Komponist vom Rhein seinen 250. Geburtstag feiern würde, stellt mit seinem üppigen Jubiläumsprogramm und dessen außergewöhnlichen Ansätzen in Frage, dass der Genius in seiner Art so speziell war.

Mehrere Institutionen – darunter das Beethoven-Haus und die Stadt Bonn – haben sich zu einer Gesellschaft zusammengeschlossen, die Beethoven für ein Jahr in besonderes Rampenlicht führt und darin seine vielen Facetten beleuchtet. Nicht nur den Komponisten, sondern auch den selbstbewusst und liberal denkenden Weltbürger und den Naturfreund mit sensiblen Sinnen. Und auch das Münsterland feiert den großen Musiker – mit Veranstaltungen, die zum offiziellen Jubiläumsprogramm gehören, aber auch mit kleineren Hommages an den großen Zampano.

Beethoven im Pop

Eines der Highlights spielt sich ab dem 17. Mai im Gronauer Rock’n’Popmuseum ab. Kurator Dr. Thomas Mania und seine Kollegen arbeiten noch am Katalog zu „Ludwig lebt!“, der Ausstellung, die „Beethoven im Pop“ beschreibt. Denn grantig und misanthropisch – auf dieser Welle schwimmen auch die neuen Biografien – war Beethoven wahrscheinlich gar nicht. Und er war ein Wegbereiter. Für den Pop. Und die Popkultur. Der Komponist habe bei aller Virtuosität Geld verdienen müssen, erklärt Mania. Er spielte vor ausgewähltem, oft finanzkräftigem Publikum Clubkonzerte, die wie Werbeveranstaltungen seiner Förderer waren.

Seine Wege, den Druck und die Verbreitung der Noten seiner Kompositionen auf den Weg zu bringen, würde man heute wohl Crowd-Funding nennen. „Beethoven war einfach auf der Schwelle zur populären Musik“, erklärt Kurator Mania. In seiner Zeit sei die Musik nicht länger höfisch-exklusiv gewesen. Das Bürgertum sei selbstbewusster geworden und zum neuen Publikum aufgestiegen. Und so erzählt die Ausstellung „Ludwig lebt“ auch ein großes Stück Gesellschaftsgeschichte. Mania: „Sonst versteht man den Beethoven nicht.“

Auch in Bonn und im gesamten Rheinland wird es zahlreiche Veranstaltungen zu Ludwig van Beethoven geben. Foto: pd
Dr. Thomas Mania

Und so nähern sich die Ausstellungsmacher Beethovens Konzertreise in den 1790er Jahren mit aktuellem Jargon, erklären, er sei auf Tour gegangen und illustrieren den Zeitraum mit Beethoven-Band-Shirts. Oder sie tanzen: Steht man auf dem Beethoven-Dancefloor, ist dank des neuen Audioguide-Systems des Museums auf jedem der 25 Quadrate ein Rap-Song zu hören, in dem Beethoven gesampelt ist. „Das liegt unter anderem an seiner Fünften. Tatatataaaa – das ist die Erfindung des Beats“, erklärt Mania. Auf der Recherche nach Beethovens Relevanz für die neueste Musikgeschichte war die Fülle der Geschichten längst nicht so übersichtlich, wie die Ausstellungsmacher zunächst dachten. Auch weil die Suchenden so zahlreich und so erfolgreich waren.

„Wir fühlen uns gut aufgestellt“, sagt Dr. Thomas Mania mit Blick auf das Kuratorenteam. Neben ihm als Kurator des Museums gehören dazu Kunsthistoriker und Musik- und Literaturwissenschaftler aus ganz Deutschland. Sie alle trugen Ideen und Fakten zusammen, illustrierten sie mit Filmausschnitten, Hörbeispielen, Grafiken. „Für Elise, die Mondscheinsonate, die Fünfte und die Neunte – Beethoven hatte vor allem vier Hits“, zählt Thomas Mania auf. „Es ist ein Riesenkosmos, der sich da öffnet.“ Und diese Hits fanden Eingang in Samples, Kopien, Comics und den Alltag.

Diese Veranstaltungen finden im Münsterland statt:

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