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Eltern sollten Schulden zahlen

Spielsucht: 19-Jähriger täuscht Geiselnahme vor

Ennigerloh/Warendorf (aktualisiert: 12.30 Uhr) - Arglistige Täuschung: Ein spielsüchtiger Ennigerloher meldete sich vor einigen Tagen bei seinen Eltern und behauptete, dass er als Geisel festgehalten werde. Wie sich später herausstellte, hatte der 19-Jährige gelogen.

Stefan Werding

Die Eltern schalteten nach dem Hilfeanruf ihres Sohnes die Polizei ein, die sofort Ermittlungen nach dem Aufenthaltsort des 19-Jährigen aufnahm. Daraufhin suchten Ermittler nach Orten, an denen sich der 19-Jährige aufhalten könnte. „Dort haben sie ihn tatsächlich an einer Unterschlupfadresse angetroffen“, berichtete eine Sprecherin der Kreispolizei Warendorf auf Anfrage unserer Zeitung, „lebend, gesund und nicht in Geisel“.

Die Ermittlungen seien in solchen Fälle üblich. Es hätte zunächst keine Zweifel an der Darstellung des jungen Mannes gegebeben, zumal seine Eltern untermauert hätten, „dass da was dran sein könnte“, wie die Polizisten sagte. Während der anschließenden Verhöre sei der Ennigerloher zunächst bei seiner Darstellung geblieben und habe noch angegeben, zuvor schon bedroht worden zu sein.

Während der Verhöre sei den Beamten die Geschichte des 19-Jährigen ein bisschen suspekt vorgekommen. Schließlich habe er zugegeben, die Entführung erfunden zu haben. Ebenfalls stimmte die Behauptung des Ennigerlohers nicht, dass er aufgrund von Schulden von Unbekannten bedroht worden sei.

Mit der vorgetäuschten Geiselnahme wollte er erreichen, dass ihm seine Eltern eine größere Summe Bargeld zur Verfügung stellen. Gegen den Spielsüchtigen wurde nun ein Strafverfahren wegen des Vortäuschen von Straftaten eingeleitet.

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