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Sparpotenzial für Autofahrer

Spritpreise schwanken immer stärker

Bonn/Münster.

Die Chancen der Autofahrer, beim Tanken zu sparen, sind gewachsen. Einer Studie der Wettbewerbshüter zufolge, variieren die Tankstellen die Spritpreise im Laufe eines Tages immer stärker. Die Behörde hat bis zu sechs Preisspitzen innerhalb von 24 Stunden ermittelt.

Jürgen Stilling

Beim Tanken lohnt sich ein regelmäßiger Preisvergleich, denn die Schwankungen werden größer. Foto: dpa

Die Kraftstoffpreise schwanken sogar an einer einzelnen Tankstelle im Laufe des Tages durchschnittlich um zwölf Cent pro Liter. Das teilte der Bundeskartellamt am Donnerstag in einem Jahresbericht mit. Noch größer sind die Abweichungen zu den Zapfsäulen der Konkurrenz: In einer Stadt können die Unterschiede bis zu 22 Cent betrachten, so das Kartellamt in seinem Jahresbericht 2020 zur Tätigkeit der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe.

„Verbraucherinnen und Verbraucher können an der Tankstelle mit wenig Aufwand viel Geld sparen“, betonte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Der Behördenchef gab den Autofahrern auch konkrete Tipps: „Teuer ist es morgens zwischen 5 und 8 Uhr, am niedrigsten sind die Preise meist am Abend zwischen 18 und 22 Uhr.“

Benzinpreise schwanken im Tagesverlauf stark

Doch zwischendurch sind die Schwankungen hoch. Immer wieder kommt es zu Preiserhöhungen. Bisher seien fünf solcher Spitzen bei den Preisen üblich gewesen, berichten die Bonner Marktwächter. In den vergangenen Wochen habe es bei einigen Anbietern allerdings eine sechste Spitze pro Tag hinzugekommen. Zwischen Stadt und Land sind die Preisunterschiede laut Mundt indes im Durchschnitt eher gering.

Weiter gewachsen ist laut Mundt auch der Preisunterschied zu den Autobahn-Tankstellen. Dort müssen Kunden inzwischen durchschnittlich 25 Cent pro Liter mehr zahlen als an den anderen Zapfsäulen.

Ganz einfach die günstigste Tankstelle finden

Mundt empfiehlt wegen der zunehmenden Preisdifferenzen noch eindringlicher als zuvor, vor dem Tanken einen Blick aufs Smartphone zu werfen. Mit vielen Handy-Apps ließen sich günstige Tankstellen ganz einfach finden, so der Kartellamtschef.

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamtes beobachtet fortlaufend den Handel mit Kraftstoffen und gibt die von ihr bundesweit erhobenen Kraftstoffpreise von den etwa 14.800 Tankstellen in Deutschland an zugelassene Verbraucher-Informationsdienste weiter.

Fachleute vom Auto Club Europa (ACE) und ADAC raten zur aktuellen Preisrecherche im Internet oder via App. Beide Clubs haben dazu Angebote auf ihren Seiten. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamts hält zudem eine umfassende Linksammlung zu Apps und Rechnern auf Onlineseiten parat.

Kommentar: Daten nutzen!

Kaum ein Markt ist so transparent wie der Kraftstoffmarkt. Mit einem Blick aufs Smartphone lassen sich alle Spritpreise im Umkreis des aktuellen Standorts ohne nennenswerten Aufwand ermitteln. Doch dieses Instrument scheinen zu wenige Autofahrer zu nutzen. Andernfalls ist nicht zu erklären, warum es den Anbietern gelingt, im Laufe des Tages immer wieder die Preise anzuheben und dennoch Kunden zum Tanken zu bewegen.

Wenn die Verbraucher noch preissensibler agieren würden, stünden die Preise an den Zapfsäulen noch stärker unter Druck. Das heißt: Diese Autofahrer drücken nicht nur ihre individuellen Ausgaben. Sie erweisen gleichzeitig der Allgemeinheit einen Dienst, indem sie die Konkurrenz unter den Tankstellen anheizen.

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