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Wetter

Starkregen im Münsterland

Münster

Kräftiger Regen statt Sommer-Wetter: Tief "Bernd" hat auch im Münsterland für jede Menge Regen gesorgt. Am Mittwochnachmittag galt für Teile der Region eine Unwetterwarnung der Stufe 3.

Aus den Lokalredaktionen

Die zwei Insassen dieses Autos in Rheine konnten nur durch die Heckklappe ihres Autos ins Freie gelangen. Foto: Sven Rapreger

Aktualisierung 20:12 Uhr: Zwar hat es am Mittwoch im südlichen Tecklenburger Land wie aus Kübeln gegossen, die Region ist aber glimpflich davongekommen. Anders in anderen Teilen NRWs. So leisten die Wehren aus Ladbergen, Lienen, Lengerich und Tecklenburg und das THW Lengerich in Hilden Amtshilfe. Sie pumpen Keller aus und sind überwältigt von der Dankbarkeit der Menschen vor Ort.

Aktualisierung 20:10 UhrDie Katastrophenbilder aus den Hochwasserregionen erinnern die Münsteraner an den Starkregen 2014. Einsatzkräfte aus Münster helfen vor Ort. Münsters Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer hat eine besondere persönliche Betroffenheit.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Aktualisierung 19:14 Uhr: DRK-Helfer aus dem Kreis Coesfeld retteten in Eschweiler eine hochschwangere Frau, die in dem Hochwasser unterwegs war. Dies berichtet DRK-Vorstand Christoph Schlütermann. Die Wehen hatten bereits eingesetzt. Die Helfer brachten die Frau in die Uniklinik nach Aachen. DRK-Helfer aus dem Kreis Coesfeld sind mit neun Wagen in Eschweiler. Zurzeit sind sie dabei, das Krankenhaus zu evakuieren. Die Helfer können erst bei einer Wassertiefe von unter etwa 50 Zentimeter mit den Tragen sicher an das Krankenhaus herankommen. Es sind über 300 Patienten in dem Krankenhaus. Intensivpatienten wurden bereits mit dem Hubschrauber vom Dach abgeholt. „Der Strom  ist ausgefallen“, berichtet Schlütermann. „Dann funktioniert fast nichts mehr.“ Die Feuerwehr öffnete die elektrisch gesteuerten Türen der Einrichtung. Insgesamt sind mindestens 150 Einsatzleute aus dem Kreis Coesfeld in Eschweiler – von der Feuerwehr, von DRK, THW, Maltester und weiteren Hilfsorganisationen.

Aktualisierung 17:30 Uhr: Bilanz der Feuerwehr Münster: Über 70 Mal mussten die Einsatzkräfte Hilfe leisten und fast ausnahmslos vollgelaufene Keller wie Untergeschosse leerpumpen. Schon früh waren rund 200 Kameradinnen und Kameraden alarmiert worden, viele weitere Kräfte in Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr verfolgten die Unwetterwarnungen, die wegen des Sturmtiefs "Bernd" vorausgeschickt wurden.

Aktualisierung 17:07 Uhr: Gronau ist zwar vom Starkregen verschont geblieben, doch Feuerwehrleute aus Gronau helfen im Süden von NRW, die Folgen der Katastrophe zu bewältigen. Im Rahmen der sogenannten vorgeplanten überörtlichen Hilfe ist eine Feuerwehreinheit aus dem Bereich Borken/Bottrop, die aus 125 Feuerwehrleuten mit 20 Fahrzeugen besteht – darunter ein Dutzend Personen und zwei Fahrzeuge aus Gronau – nach Odendorf, einem Ortsteil von Swisttal, verlegt worden. Die Aufgabe der Einsatzkräfte besteht in der Evakuierung der Gemeinde.

Aktualisierung 16:25 Uhr: Update zur Verkehrssituation: Nach den starken Regenfällen der vergangenen zwei Tage kommt es nach wie vor zu landesweiten Sperrungen auf Bundes- und Landesstraßen, teilt der Landesbetrieb Straßen.NRW mit. Vielerorts müssen die Sperrungen aufgrund von anhaltenden Überschwemmungen und reißenden Wassermassen auf unbekannte Zeit bestehen bleiben. Die Lage bleibt angespannt.

Besonders betroffen sind in Nordrhein-Westfalen weiterhin die Regionen Südwestfalen, Ville-Eifel und Rhein-Berg. Unter anderem ist Hagen-Dahl weiterhin abgeschnitten. Aber auch im Sauerland, am Niederrhein, im Ruhrgebiet (Großraum Velbert) und im Münsterland ist vielerorts mit Überschwemmungen und Sturzbächen auf Bundes- und Landesstraßen zu rechnen.

Hier die landesweite Sperrungen von Bundes- und Landesstraßen im Überblick.

Aktualisierung 16:18 Uhr: Zwischenbilanz des Kreises Steinfurt: Die Einsatzkräfte sind bei rund 490 Einsätzen im Kreisgebiet vor Ort und auch überörtlich im Einsatz:  153 Einsatzkräfte der Feuerwehrbereitschaft sind mit 32 Fahrzeugen im Kreis Mettmann eingesetzt. Konkret wurden in Hilden und Langenfeld in den ersten zwölf Stunden 162 Einsatzstellen abgearbeitet. Das "Hytrans Fire"-System des Landes NRW aus Emsdetten wird mit vier Fahrzeugen und zwölf Einsatzkräften in Lechenich im Rhein-Erft-Kreis genutzt. Das Technische Hilfswerk Greven ist mit zehn Personen in Wuppertal vor Ort. Der "Betreuungsplatz 500 "wird mit 56 Einsatzkräften aus drei Einsatzeinheiten in Swisttal benötigt. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft aus dem Kreis Steinfurt ist als Teil des Wasserrettungszug NRW in Ratingen mit 23 Kräften im Einsatz und der "Patiententransportzug 10 Steinfurt" wird mit 20 Personen in Eschweiler zur Räumung eines Krankenhauses eingesetzt.
  "Knapp 270 Menschen sind überörtlich im Einsatz – neben tausenden Kräften, die im Kreis Steinfurt tagtäglich für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger einstehen. Ich bin sehr stolz auf unsere unermüdlichen Einsatzkräfte", sagt Landrat Dr. Martin Sommer: "Sie sind aus Überzeugung, Leistungsbereitschaft und Verantwortlichkeit im Einsatz und ein Eckpfeiler in solchen Ausnahmesituationen!" Auch den Familien und den Arbeitgebern und Kollegen dankt er dafür, dass sie den Einsatz möglich machen.

Aktualisierung 16:09 Uhr: Im Interview erläutert Prof. Dr. Helmut Grüning von der Fachhochschule Münster, wie es zu Überflutungen kommt und diese im Vorfeld verhindert werden können:

Aktualisierung 15:05 Uhr: Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Havixbeck rückten am Mittwochabend zur Unterstützung der Feuerwehren im Hochwassergebiet in den südlichen Landesteilen aus. Sie hatten unter anderem einen komplizierten Einsatz in Eschweiler:

Aktualisierung 12:46 Uhr: 130 Feuerwehrleute aus dem Kreis Coesfeld und der Stadt Gelsenkirchen sind im Rahmen der Bezirksbereitschaftshilfe im Einsatz in Eschweiler. Auch Kreisbrandmeister Christoph Nolte (Dülmen) ist vor Ort, der im Koordinationsteam mitwirkt. „Es ist das schlimmste Hochwasser, was man sich vorstellen kann“, sagt er. Die Feuerwehrleute sind in einem Altenheim und einem Krankenhaus im Einsatz. Ein Durchkommen ist nur mit speziellen, hohen Lkw, Booten und Hubschraubern möglich.

 Aktualisierung 12.40 Uhr: Gegen 20.20 Uhr am Mittwochabend hatte die Feuerwehr-Leitstelle des Kreises Warendorf die Alarmierung ausgegeben, etwa eine Stunde später trafen die ersten Fahrzeuge aus dem Umkreis in Stewwert ein. Gemeinsam mit den örtlichen Feuerwehr-Kameraden sorgte der hiesige Malteser-Hilfsdienst an der Sammelstelle für einen reibungslosen Ablauf.

Aktualisierung 12.26 Uhr: "Wir wissen, wie wichtig die gegenseitige Hilfe ist", sagt Münsters Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer nicht zuletzt mit Blick auf das münstersche Jahrhundert-Unwetter im Juli 2014, "hoffentlich kehren alle Kräfte gesund zurück".  21 Einsatzkräfte der Feuerwehr Münster hatten sich am Mittwochabend auf den Weg in die Krisenregion gemacht und sind aktuell in der Städteregion Aachen aktiv. Die Rückkehr der Freiwilligen Feuerwehreinheiten ist für den heutigen Donnerstag geplant.

Aktualisierung 12.17 Uhr: Unterstützung für Krisenregion: Seit Mittwochabend sind 73 Feuerwehreinsatzkräfte mit 19 Fahrzeugen aus dem Kreis Borken zusammen mit Einsatzkräften aus der Stadt Bottrop im Einsatzgebiet Weilerswist (Kreis Euskirchen) tätig. Der "Patiententransportzug 10 BOR" ist nun im Einsatzgebiet Eschweiler (Städteregion Aachen). Dessen Einsatzauftrag lautet: Unterstützung bei der Evakuierung des Krankenhauses in Eschweiler. Vor Ort sind  Rettungstransportwagen (RTW) und fünf Krankentransportwagen (KTW) der Hilfsorganisationen. Die hiesige DRLG ist mit mehreren Fahrzeugen im Bereich Hagen im Einsatz. Die Kreis-Leitstelle im Borkener Kreishaus wurde zur Koordinierung der Einsatzkräfte um einen Lagedienstführer verstärkt.

Aktualisierung 12 Uhr: Obwohl das Sturmtief „Bernd“ mit Starkregen und Überflutungen vor allem das Bergische Land, Sauerland und die Region Köln/Aachen im Laufe des Mittwochs in Mitleidenschaft zog, zählten bis zum frühen Donnerstagmorgen (15. Juli) auch die Feuerwehren im Regierungsbezirk Münster 909 witterungsbedingte Einsätze.

Einsatzschwerpunkt mit rund 490 Einsatzstellen war die Stadt Rheine (Kreis Steinfurt), wo unter anderem die Aufzugsschächte eines Krankenhauses vollliefen. Auf die übrigen Kreise und kreisfreien Städte im Regierungsbezirk verteilten sich 419 witterungsbedingte Einsätze, wie aus dem Lagebericht des Krisenstabs der Bezirksregierung hervorgeht.

Nach Anforderungen aus den Nachbarbezirken hat die Bezirksregierung Münster bereits am gestrigen Mittwoch begonnen, die fünf zur Verfügung stehenden Feuerwehrbereitschaften sowie Wasserrettungszüge und Patiententransportzüge zu verlegen. Die Einsatzeinheiten der vorgeplanten überörtlichen Hilfe werden unter anderem im Raum Aachen, Kreis Mettmann und in der Stadt Wuppertal eingesetzt.

Fotos: Unwetter und Hochwasser in Deutschland

Aktualisierung 11:41 Uhr: Nach den starken Regenfällen der vergangenen zwei Tage kommt es nach wie vor zu landesweiten Sperrungen auf Bundes- und Landesstraßen. Vielerorts müssen die Sperrungen aufgrund von anhaltenden Überschwemmungen und reißenden Wassermassen auf unbekannte Zeit bestehen bleiben. Die Lage bleibt angespannt.

Besonders betroffen sind in Nordrhein-Westfalen weiterhin die Regionen Südwestfalen, Ville-Eifel und Rhein-Berg. Unter anderem ist Hagen-Dahl weiterhin abgeschnitten. Aber auch im Sauerland, am Niederrhein, im Ruhrgebiet (Großraum Velbert) und im Münsterland ist vielerorts mit Überschwemmungen und Sturzbächen auf Bundes- und Landesstraßen zu rechnen. Straßen.NRW ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz, um Feuerwehr und Polizei beim Katastrophenschutz zu unterstützen. Unter anderem helfen sie bei der Evakuierung in Hattingen.

Überblick zu den Sperrungen der jeweiligen Bundes- und Landesstraßen

Aktualisierung 10:29 Uhr: Gegen 20.30 Uhr rappelten und piepsten die Melder. Doch der angekündigte Starkregen hatte Ahlen am Mittwochabend höchstens mit schwachen Ausläufern gestreift und keine signifikanten Probleme verursacht. Anderswo versanken ganze Orte und Landstriche in den Regenfluten – wie im Raum Aachen. Genau dort musste die Feuerwehr Ahlen unterstützen. | Christian Wolff

 Aktualisierung 15.07.; 10 Uhr: Im Vergleich zu den katastrophalen Überschwemmungen im Sauerland und in der Eifel hat Tief „Bernd“ in Steinfurt gering gewütet. Von Mittwochnachmittag bis etwa 22.30 Uhr herrschte zwar Vollalarm bei der Feuerwehr Steinfurt, und alle Einsatzkräfte versuchten, überflutete Keller vom Wasser zu befreien. Aber so dramatische Situationen wie in vielen anderen Regionen in NRW gab es nicht.

Aktualisierung 15.07.; 9:59 Uhr: Bei den Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen ist ein 77 Jahre alter Mann aus Kamen (Kreis Unna) gestorben. Der Mann sei in dem unter Wasser stehenden Keller seines Wohnhauses ums Leben gekommen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Aktualisierung 15.07.; 9:54 Uhr: Am heutigen Donnerstag (15.7.) kann es in NRW örtliche Gewitter geben. Besonders im Westen und Süden sind Gewitter mit Hagel und Böen möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Sonst bleibt es im Land meist trocken. Der Freitag beginnt laut Vorhersage ebenfalls stark bedeckt und mit örtlichem Sprühregen. Im Laufe des Tages lockert es gelegentlich auf.

Aktualisierung 15.07.; 9:40 Uhr: Durch die Überflutungen und den Dauerregen ist der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen massiv beeinträchtigt. Die Bahn rief dazu auf, Fahrten von und nach Nordrhein-Westfalen nach Möglichkeit zu verschieben. Erhebliche Einschränkungen gibt es unter anderem auf der Strecke von Köln nach Dortmund durchs Ruhrgebiet. Züge aus dem Norden und Osten endeten in Münster, Hamm und Dortmund. Aus dem Süden endeten die Verbindungen in Koblenz oder Köln.

Zwischenzeitlich gab es auch in Münsters Innenstadt größere Wasserflächen. Foto: Martin Kalitschke

Aktualisierung 15.07.; 8:44 Uhr: Update aus Münster: Am späten Nachmittag gegen 16 Uhr erreichte Sturmtief "Bernd" Münster mit Starkregen und Sturmböen. Um 16:30 Uhr gingen erste Notrufe über vollgelaufene Keller und Wohnungen bei der Leitstelle der Feuerwehr Münster ein. Schnell wuchs die Anzahl der Notrufe und der sich daraus ergebenen, unwetterbedingten Einsätze. Bis in die Abendstunden bescherte „Bernd“ den Einsatzkräften der Feuerwehr Münster rund 70 Einsätze, die von insgesamt 10 Löschzügen, vorrangig der Freiwilligen Feuerwehr, abgearbeitet wurden. Glücklicherweise kam es zu Feuerwehr-Angaben zufolge keinen Personen- oder größeren Sachschäden.

Ganz so glimpflich wie in Münster verlief die Lage leider nicht überall. Weite Teile des Landes waren deutlich stärker von dem Unwetter betroffen. Angefordert durch die Bezirksregierung Münster wurden zahlreiche Einheiten des Kreises Warendorf und der Stadt Münster zur überörtlichen Hilfe in die Städteregion Aachen alarmiert. Sie sollen vor Ort bei der Bewältigung der Unwetterlage unterstützen.

Aktualisierung 15.07.; 02:13 Uhr: ,,Gegen 20:53 Uhr wurden wir von der Bezirksregierung im Rahmen der überörtlichen Hilfe alarmiert‘‘, so Frank Burrichter, stellvertretender Kreisbrandmeister des Kreises Steinfurt. Mit 29 Fahrzeugen und knapp 160 Feuerwehrleuten aus dem Kreis traf man sich am Bereitstellungsraum in Ochtrup am Weinerpark.

Foto: Fritzemeier

Als Kolonne ging es dann gegen 0:20 Uhr los in Richtung Kreis Mettmann - aufgrund der Hochwasserlage. Nun folgt ein rund 24 Stunden langer Einsatz für die Einsatzkräfte. Zuletzt gab es eine solche überörtliche Alarmierung für den Kreis Steinfurt 2013 bei dem Hochwasser in Magdeburg, erklärte Burrichter weiter. | Es berichteten Felix und Michel Fritzemeier

Aktualisierung 14.07.; 20.17 Uhr: „Land unter“ hieß es nach einem heftigen Gewitterregen am Mittwochnachmittag in den tieferliegenden Stadtarealen Steinfurts. Betroffen war in erster Linie Burgsteinfurt, insbesondere die Altstadt. Auf der Mühlenstraße ging im Feierabendverkehr zeitweise nichts mehr, die Autos standen bis zu den Achsen im Wasser. In die Tiefgarage unter dem K+K-Markt am Graf-Arnold-Platz lief das Wasser hinein, zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden. | Es berichtete Ralph Schippers aus Steinfurt

Aktualisierung 14.07.; 19.32 Uhr: Update aus Münster: Ohne Schirm ging am Mittwoch in Münster nichts: Mehr als 20 Liter Regen pro Quadratmeter fielen innerhalb weniger Stunden vom Himmel. Die Feuerwehr musste bis zum Abend zu rund 70 Einsätzen im ganzen Stadtgebiet ausrücken, nachdem Keller vollgelaufen waren. Vorsorglich waren stadtweit alle Freiwilligen Feuerwehren alarmiert worden.

Passanten am Mittwochnachmittag am Domplatz in Münster. Foto: Matthias Ahlke

 Aktualisierung 14.07.; 19 Uhr:  Sturmtief Bernd hat am Mittwochnachmittag die Stadtteile links der Ems in Rheine mit voller Wucht getroffen. Die Wassermassen überfluteten zwei Bahnunterführungen, in denen vorübergehend Menschen in Notlagen gerieten, aus denen sie die Feuerwehr befreien musste. Am Bahnhof strömte so viel Wasser in die Unterführung, dass der Inhaber eines Musikgeschäftes seine Ausgangstür nicht aufbekam, als sich die Wassermassen schon bedrohlich aufstauten. Hier waren die Rettungskräfte schnell zur Stelle und befreiten den Mann.  

Die Bahnunterführung an der Berbomstiege im Stadtteil Schleupe entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem reißenden Strom, in den ein Auto fahrlässig hineinfuhr. Passanten konnten die Person, deren Fahrzeug komplett überflutet war, mit vereinten Kräften retten.   Die Feuerwehr bekam in der Folge des Starkregenereignisses, das eine knappe Stunde andauerte, rund 170 Einsatzmeldungen – Keller waren in den betroffenen Stadtteile reihenweise vollgelaufen. Bei einer Spedition im Industriegebiet Nord stürzte eine Dachfläche von etwa 100 bis 150 Quadratmetern durch den Wasserdruck ein. Beim Mathias-Spital und bei der Kreisleitstelle der Feuerwehr waren die Rettungskräfte gefordert, lebenswichtige Infrastruktur zu sichern, was nach Angaben von Stadtbrandinspektor Johannes Hellermann aber bereits nach kurzer Zeit erledigt war. | Aus Rheine berichtete Paul Nienhaus

Die Bahnhofsunterführung an der Berbomstiege in Rheine war komplett überflutet. Die Feuerwehr war vor Ort im Einsatz. Die in Not geratenen Personen konnten das Auto im Bild aber verlassen. Foto: Sven Rapreger

Aktualisierung 14.07.; 17.45 Uhr: Der anhaltende Regen hält auch die Feuerwehr in Münster in Atem. Innerhalb von nur einer Stunde fielen 16 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Feuerwehr musste bislang zu rund 30 Einsätzen ausrücken, nachdem Keller vollgelaufen waren.

Aktualisierung 14.07.; 17:20 Uhr: Das Freundschaftsspiel zwischen dem Fußball-Oberligisten Eintracht Rheine und Regionalligist Preußen Münster, das am Mittwochabend stattfinden sollte, ist abgesagt worden. Die heftigen Niederschläge gerade am Nachmittag ließen den Verantwortlichen in Rheine keine andere Wahl.

Aktualisierung 14.07.; 17:05 Uhr: Aufgrund von Starkregen kommt es landesweit zu kurzfristigen Sperrungen von Bundes- und Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen, teilt der Landesbetrieb Straßen.NRW mit. Besonders betroffen sind die Regionen Südwestfalen, Ville-Eifel und Rhein-Berg.  Hier ein Überblick zur aktuellen Straßenlage.

Aktualisierung 14.07.; 16:55 Uhr:  Laut der Wetterkarte des Deutschen Wetterdienstes  - Stand 16.53 Uhr - liegen für Teile des südlichen Münsterlandes Unwetterwarnungen der Stufe 3 vor. Für große Teile der Kreise Steinfurt, Borken, Warendorf, Coesfeld und Münster gilt eine "Warnung vor markantem Wetter" (Stufe 2).

Noch bis zum Donnerstagmorgen werden im Münsterland Gewitter und starke Regenschauer erwartet. Das Bild entstand in Havixbeck.  Foto: Jan Hullmann

Aktualisierung 14.07.; 16:40 Uhr: Im Regierungsbezirk Münster ist die Lage an den Flüssen noch entspannt, doch der "Meldekopf" der Bezirksregierung Münster beobachtet die Wasserstände in der Region. Denn die Situation kann sich schnell ändern. Die Bezirksregierung ist für den Fall der Fälle vorbereitet: "Bei den derzeitigen Regenprognosen rechnen wir mit einem moderaten Anstieg des Wasserspiegels in der Ems, mit einer zeitlichen Verzögerung in den nächsten Tagen", sagt Heiner Berger von der Bezirksregierung Münster.

Stellen die Kreise, kreisfreien Städte oder Kommunen erhöhte Pegelstände an ihren Gewässern fest, dann melden sie diese an die Bezirksregierung. Die Behörden stimmen dann untereinander die Entwicklungen und Vorhersagen ab. Wenn gewisse Warnstufen überschritten werden, setzt sich eine Reihe von Maßnahmen in Gang. Grundlage dafür ist eine Hochwassermeldeordnung, die die Bezirksregierung Münster federführend erarbeitet hat. Heiner Berger erklärt: "Unsere Hochwassermeldeordnung enthält ziemlich genaue Handlungsanweisungen. Wenn etwa eine Hochwasserwarnstufe erreicht ist, benachrichtigen wir die Kreise und kreisfreien Städte als untere Wasserbehörden. Es werden dann zum Beispiel bestimmte Straßen oder Brücken für den Verkehr gesperrt. Wir selbst sind bei den Maßnahmen nicht operativ tätig. Die Ausführung ist dann Sache der Kreise und Kommunen."

Insgesamt gibt es die Hochwasserwarnstufen I bis III. In der Hochwassermeldeordnung sind dazu Zwischenstufen definiert, die bestimmte Maßnahmen nach sich ziehen. Die verschiedenen aktuellen Pegelstände sind auf der Homepage des LANUV auch für die Bürger einsehbar. Über die App "Mein Pegel" kann jeder die aktuellen Pegelstände einsehen.

Aktualisierung 14.07.; 16:15 Uhr: Die Uniklinik Münster muss wegen der Wetterlage derzeit den Betrieb reduzieren. Der Dauerregen mit hoher Luftfeuchtigkeit und die seit längeren geplanten Bauarbeiten an der Fernheizungsanlage führen zu Problemen, wie die Uniklinik am Mittwoch mitteilte. Innerhalb des Zentralklinikums kann demnach die Luftfeuchtigkeit derzeit nicht reguliert werden. In den Operationssälen sei daher aufgrund von Kondensatbildung kein hygienisch einwandfreier Betrieb möglich. Verschiebbare Operationen würden deshalb bis zum Wochenende abgesagt.

Aktualisierung 14.07.; 10:30 Uhr: Noch bis zum Donnerstagmorgen drohen im Münsterland Gewitter und starke Regenschauer. Betroffen seien besonders Teile der Kreise Coesfeld und Warendorf, heißt es vom Deutschen Wetterdienst, der auch über die Warnapp NINA eine entsprechende Meldung absetzte. Aber auch im restlichen Münsterland sei mit Niederschlag und Gewittern zu rechnen.

Aktualisierung 14.07.; 8 Uhr: Das Münsterland ist in der Nacht und am Mittwochmorgen größtenteils verschont geblieben. Lediglich in Beckum gab es einen Einsatzschwerpunkt.

Aktualisierung 21:15 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst DWD hat am Dienstagabend für Teile des Kreises Warendorf kurzfristig eine amtliche Unwetterwarnung der höchsten Warnstufe ausgegeben. Es wurde gewarnt vor  Gewittern  mit Hagel, „extrem heftigem Starkregen“ mit Niederschlagsmengen zwischen 40 und 60 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde sowie Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis 80 km/h. Die Warnmeldung galt bis 21:30 Uhr. (Aktuelle Warnkarte des Deutschen Wetterdiensts)

Ursprungsbericht: Das Wetter zeigt sich seit Beginn der Ferien noch nicht so wirklich sommerlich. Ganz im Gegenteil: Seit Dienstagvormittag gilt für Teile des Münsterlandes eine Unwetterwarnung vor "ergiebigem Dauerregen". Die Warn-App Nina hat die Warnung bislang für die Kreise Warendorf und Coesfeld herausgegeben. Dort ist mit "Dauerregen mit Unterbrechungen" mit Niederschlagsmengen von 60 bis 90 Litern pro Quadratmetern zu rechnen.

Grund für das nasse Sommerwetter ist das Tiefdruckgebiet "Bernd", wie Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterdienst "Wetterkontor" erläutert. Das Tief bringe vor allem am Mittwoch im gesamten Westen Deutschlands "extreme Niederschläge".

Warnung vor Überschwemmungen

"Das Tief liegt genau über uns", so Schmidt. Es sei mit Niederschlagsmengen von 30 bis 60 Litern pro Quadratmetern zu rechnen. Auch Gewitter seien möglich. "Örtlich kann das auch zu Problemen führen", warnt der Meteorologe vor Überschwemmungen.

Sommerliches Wetter ab Sonntag

Doch bereits am Donnerstag beruhige sich das Wetter wieder. Donnerstag, Freitag und Samstag sei noch mit Schauern zu rechnen, dabei bleibt es laut Schmidt mit etwa 25 Grad jedoch weiter warm. "Spätestens ab Sonntag wird es deutlich ruhiger", blickt Schmidt auf den Start der nächsten Ferienwoche. Dann komme sommerliches Wetter ohne Regen nach Nordrhein-Westfalen. "Der ständige Nachschub neuer Tiefdruckgebiete aus dem Westen ist dann erstmal vorbei", sagt der Wetterexperte.

Experten rechnen mit Hochwasserlagen in NRW

Experten des Landesumweltamts erwarten angesichts der vorhergesagten Regenmengen ab Mittwoch Hochwasserlagen in zahlreichen Gewässern Nordrhein-Westfalens. „Wir rechnen damit, dass nicht nur die kleineren Gewässer, sondern auch die größeren ab Mittwoch beginnen, Warnwerte zu überschreiten“, sagte der Leiter des Hochwasserinformationsdienstes des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv), Bernd Mehlig, in Duisburg.

Als Beispiele nannte er die Rur, die Erft und die Sieg. „Wir sprechen nicht nur von erhöhtem Wasserständen“, so Mehlig weiter. Aufgrund der angekündigten Wassermengen könne es eine ernstzunehmende Situation werden. „Wir gucken mit Aufmerksamkeit hin.“

Das wetterbestimmende Tiefdruckgebiet sei sehr lagestabil. In solch einer Ausprägung sei dies eher selten. „In den letzten 15 Jahren gab es das nicht.“ Auch die Regenmengen hält er für ungewöhnlich: „Derart großflächige Niederschlagsmengen hatten wir in Nordrhein-Westfalen zuletzt 2010 im Münsterland und 2007 an der Ruhr.“

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