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Corona in NRW

Statistikamt: „Anzeichen für eine erhöhte Sterblichkeit“

Münster/Düsseldorf

17.616 Menschen kamen im April in NRW nach Angaben des Statistischen Landesamts ums Leben – mehr als in jedem April der vergangenen sechs Jahre. Die Behörde sieht „Anzeichen für eine erhöhte Sterblichkeit“. Einen Ausreißer gibt es im Münsterland.

Stefan Biestmann

Särge stehen in den Kellerräumen eines Bestatters. Im April gab es in NRW 1113 Corona-Tote. Foto: dpa (Symbolbild)

1113 Menschen sind im April landesweit nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Insgesamt kamen in NRW in dem Monat „nach vorläufigen Ergebnissen“ 17.616 Menschen ums Leben, teilte das Statistische Landesamt am Dienstag mit.

Nimmt man diese Zahlen zugrunde, gab es bei mehr als 6,3 Prozent der Verstorbenen in NRW einen Zusammenhang mit dem Coronavirus. Da die Zahl der gesamten Sterbefälle im April­ „im langjährigen Vergleich“ höher sei, spricht das Statistikamt von einem „Anzeichen für eine erhöhte Sterblichkeit in diesem Monat“. Die Behörde liefert die Begründung: „Im April 2020 starben mehr Menschen als in jedem anderen April der letzten sechs Jahre.“ Ob der Zuwachs auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist, lasse sich an den Zahlen aber nicht festmachen, heißt es.

Todesursachen 2018

Kreislauferkrankungen und Krebs bleiben die mit Abstand häufigsten Todesursachen in Nordrhein-Westfalen. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Auswertung des Statistischen Landesamtes für 2018. Demnach starben fast 32 Prozent der gut 211.000 Toten aus dem Jahr an Kreislauferkrankungen wie dem Herzinfarkt - darunter mehr Frauen als Männer. Knapp 25 Prozent entfielen auf Krebs vor allem der Verdauungsorgane (Magen- und Darmkrebs), der Atmungsorgane und der Genitalien. Das durchschnittliche Sterbealter lag 2018 in NRW bei 78,8 Jahren - 81,6 bei den Frauen und 75,6 Jahre bei den Männern. Seit 2013 hat sich die durchschnittliche Lebenszeit damit um fast ein Jahr (0,8) verlängert.

Ausreißer im Kreis Steinfurt

Die Zahl der Toten stieg landesweit im April gegenüber dem Vorjahresmonat um drei Prozent. „Die Zahl der Sterbefälle war im April 2020 auch höher als im April 2018, als eine Influenza-Welle zu höheren Sterbefallzahlen im Frühjahr geführt hatte“, teilt die Behörde mit.

Im Münsterland gab es im April 127 Corona-Todesfälle. Foto: Jürgen Christ (Grafik)

Ein Ausreißer nach oben ist der Kreis Steinfurt. Dort starben nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums im April 58 Menschen in Verbindung mit Corona. Das sind somit sogar 13,9 Prozent der insgesamt gemeldeten 417 Todesfälle im Kreis. Wie berichtet, gab es im Kreis Steinfurt einige Todesfälle in Altenheimen.

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