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Netzbetreiber Amprion

Stromautobahn im Münsterland

Dortmund/Münsterland

Der Netzanbieter Amprion hat die Planungen für die vierte deutsche Stromautobahn vorgestellt. Sie liefert den Strom von den Windparks in der Nordsee über das Ruhrgebiet in den Süden – und durchquert als Erdkabel das gesamte Münsterland.

Von Elmar Ries

Foto: Grafik: Amprion/Collage: Lisa Stetzkamp

Um künftig den in Off-Shore-Windparks in der Nordsee gewonnenen Strom Richtung Süden transportieren zu können, sind bundesweit vier Stromautobahnen geplant. Zwei davon verlaufen durch das Münsterland. Während die Trasse für die sogenannte „A-Nord“-Verbindung nahe der niederländischen Grenze entlanggeführt wird, werden die beiden unter dem Namen „Korridor B“ zusammengefassten Erdkabel das gesamte Münsterland in Nord-Süd-Richtung durchqueren. Das hat der Netzbetreiber Amprion am Dienstag in Dortmund vorgestellt.

Amprion präsentierte sogenannte Korridore für den Verlauf der Leitungen, die Konflikte um die Streckenführung möglichst minimieren und gleichzeitig einen effizienten Bau ermöglichen sollen. Die rund sieben Milliarden Euro teure Gleichstromverbindung soll ab 2030 eine Leistung von vier Gigawatt transportieren. Das entspricht der Produktion von fünf großen Kohlekraftwerken, sagte Amprion-Sprecher Tobias Schmidt auf Nachfrage.

Untersuchungsraum Foto: Amprion

Der sogenannte Korridor B war 2021 im Bundesbedarfsplangesetz festgeschrieben worden, um die Energiewende voranzutreiben, und soll ab 2030 Windkraft aus dem Norden in die Ballungsgebiete im Westen Deutschlands transportieren und damit Kohlestrom ersetzen. Er besteht aus einem rund 440 Kilometer langen Abschnitt von Heide in Schleswig-Holstein nach Marl und in einem zweiten rund 270 Kilometer langen Abschnitt vom niedersächsischen Wilhelmshaven nach Hamm.

Während die Strecke Heiden/Marl die Kreise Steinfurt und Coesfeld westlich von Münster durchschneidet und den Kreis Borken östlich passiert, läuft die zweite Trasse von Wilhelmshaven zum Netzverteilungspunkt Hamm durch den Landkreis Osnabrück und den Kreis Warendorf. Etwa in Höhe Vechtas sollen die Kabelstränge parallel verlaufen.

Die vorgestellten Trassenkorridore sind rund 1000 Meter breite, mögliche Verlaufsvarianten, erklärte Arndt Feldmann, Gesamtprojektleiter für „Korridor B“. Im Frühjahr 2022 will das Unternehmen nach weiteren Untersuchungen dann der Bundesnetzagentur einen konkretisierten, ein Kilometer breiten Vorzugskorridor vorschlagen. Der Planfeststellungsbeschluss mit der genauen Streckenführung soll allerdings erst nach einer Bürgerbeteiligung 2026 stehen. Diese solle bereits in diesem November beginnen, sagte Schmidt. Zusammen mit den Gleichstromkabeln will Amprion auch zusätzliche Leerrohre verlegen, um die Stromautobahn gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt aufrüsten und die Leistung noch einmal deutlich erhöhen zu können.

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