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Amprion stellt Wunschkorridor vor

Stromautobahnen führen durchs Münsterland

Münster/Dortmund

Damit der Strom aus der Nordsee auch dort hinkommt, wo er gebraucht wird, will der Netzbetreiber Amprion zwei Stromautobahnen bauen. Wo genau die herlaufen, ist noch nicht klar. Aber klar ist schon: Beide Routen werden mitten durchs Münsterland führen.

Von Stefan Werding

Der Netzbetreiber Amprion bringt grüne Energie von der Nordsee ins Ruhrgebiet. Das Archivbild zeigt Kunststoffrohre, durch die Strom-Erdkabel gezogen werden, auf einer Baustelle in Raesfeld. Foto: dpa

Der Netzbetreiber Amprion würde gerne Strom von der Nordsee auf zwei Stromautobahnen quer durchs Münsterland ins Ruhrgebiet schicken. Am Mittwoch hat das Unternehmen die beiden Korridore genauer vorgestellt, die es favorisiert. Endgültig entscheiden wird aber die Bundesnetzagentur. Die beiden Trassen sollen die Kohlekraftwerke im Ruhrgebiet kompensieren. Sie sollen nicht Süddeutschland versorgen. „Das ist pure Energiewende“, sagte der Leiter des Gesamtprojekts, Arndt Feldmann, vor Journalisten.

Die Route von Heide in Schleswig-Holstein nach Marl-Polsum ist 440 Kilometer lang. Sie soll in Nordrhein-Westfalen über Wettringen, an Steinfurt vorbei, durch Horstmar, zwischen Billerbeck und Havixbeck, an Nottuln-Darup und westlich von Dülmen vorbeiführen. Die 270 Kilometer lange Trasse von Wilhelmshaven nach Hamm würde Amprion am liebsten über das niedersächsische Schapen, Hörstel, Rheine, Saerbeck, Ladbergen, Ostbevern, östlich an Telgte vorbei nach Sendenhorst bis Beckum und dann nach Hamm leiten. Zwischen Cloppenburg und dem emsländischen Freren soll die Routen parallel laufen.

Münsterland ist „konfliktarmer Raum“

In dem Entwurf schlägt Amprion einen ein Kilometer breiten Korridor vor, in dem die später 40 bis 60 Meter breite Trasse liegen soll. Wo genau die Rohre in diesem Streifen liegen werden, bleibt also noch zu klären. Sie sollen in etwa 1,60 Metern Tiefe mit jeweils einem Kabel mit Plus und Minus-Pol verlegt werden. Sie werden eine Kapazität von vier Gigawatt haben.

Foto:

Daneben wird Amprion drei leere Rohre platzieren. Sie sind gedacht für mögliche zusätzliche Kabel, für die es in Zukunft noch einen Bedarf geben könnte. Im Norden wird der eingespeiste Strom in Gleichstrom umgewandelt, bevor er durch die Kabel fließt. In Hamm und Marl soll er wieder in Wechselstrom umgewandelt werden. Die Suche nach der besten Route sei im Münsterland relativ einfach gewesen, weil die Region mit ihren offenen Flächen ein „konfliktarmer Raum“ sei, meinte ein Amprion­sprecher. Um Moore, Wälder, Berge, Naturschutzgebiete und stark besiedelte Flächen hat der Netzbetreiber dagegen einen Bogen zu machen versucht. So sei der Teutoburger Wald ein Hauptgrund gewesen, für eine der beiden Korridore eine westlichere Variante zu wählen.

Geplante Routen im Münsterland

Projektleiter Dirk Hensen hofft, dass die Bundesnetzagentur den Amprionvorschlag „zum größten Teil“ umsetzt. Das hänge auch von den Bedenken ab, die gegen die Routen noch vorgebracht werden könnten.

Bis 2025 soll die Bundesnetzagentur über den Verlauf der Trassen entscheiden, ab 2027 sollen die Bagger rollen, meint Feldmann.

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