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Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Summe der Fördermittel soll in 2018 auf 55 Millionen Euro wachsen

Osnabrück/Münster

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) kann heute schon Jahr für Jahr auf der Grundlage eines Milliardenvermögens Hunderte von Innovationen im Umweltschutz fördern. Und die größte öffentliche Stiftung Deutschlands wird ihr Engagement sogar noch ausdehnen: Die Summe der Fördermittel soll in 2018 trotz Niedrigzins von aktuell 51 auf 55 Millionen Euro wachsen – dank einer offensichtlich guten Kapitalanlage.

Wolfgang Kleideiter

Die DBU-Zentrale in Osnabrück. Von hier aus wird die milliardenschwere Stiftung gesteuert. Foto: Wüllner

1991 hatte die Stiftung, die aus dem Verkaufserlös der bundeseigenen Salzgitter AG finanziert wurde, 1,2 Milliarden Euro auf der hohen Kante. Inzwischen, so erläuterte DBU-Finanzchef Michael Dittrich am Mittwoch in Osnabrück, hat sich das Kapital auf rund 2,2 Milliarden Euro erhöht – und dies, obwohl im Laufe der Jahre über 9000 Projekte mit 1,7 Milliarden Euro unterstützt wurden. Dittrich: „Inflationsbereinigt haben wir das Anfangsvermögen dabei sogar um 150 Millionen Euro erhöht.“

Anhand von 1300 Projekten im Zeitraum September 2013 bis September 2017 hat Dittrich ermitteln lassen, ob die beim Start formulierte Grundidee – die Förderung von Umweltschutzprojekten in kleinen und mittleren Unternehmen – noch greift. Ergebnis: Über 50 Prozent der Fördermittel, die zwischen 2,5 Millionen und 1000 Euro schwanken, gehen tatsächlich an Betriebe dieser Größenordnung. Sie haben weniger als 25 Millionen Euro Jahresumsatz und unter 50 Mitarbeiter, verfügen aber über eine so gute Bonität, dass sie den Eigenanteil eines Projekts stemmen können. Ein Großteil der Mittel fließt nach NRW.

Neben Schwerpunkten wie Naturschutz, Klima und Energie rückt immer mehr auch Ressourceneffizienz in den Fokus der DBU, berichtete Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender DBU-Generalsekretär. So gibt es verschiedene Projekte zur Phosphorrückgewinnung. Denn der Rohstoff, der durch nichts zu ersetzen ist, wird immer knapper. Ohne Phosphor funktioniert kein biologischer Organismus, keine Zelle, keine Pflanze, kein Tier, warnen Experten. In der Ökologie spricht man vermehrt von „planetaren Grenzen“.

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Wahmhoff selbst sprach vor Tagen auf der weltgrößten Landtechnik-Messe, der Agritechnica in Hannover, erneut mit der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) über einen möglichen Wandel im Naturschutz und beim Artenschutz „Wir streben an, dass die Betriebe die Naturschutzarbeit selbst in die Hand nehmen, Pläne für die Biodiversität entwickeln und umsetzen.“ Die DLG habe erkannt, dass man sich auf diesem Gebiet bewegen muss.

DBU: Suche nach der Spitze zieht sich

Die Suche nach dem neuen Kopf an der Spitze der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zieht sich weiter hin. Der bisherige Generalsekretär, Dr. Heinrich Bottermann, folgte im Sommer dem Ruf von Ministerpräsidenten Laschet nach Düsseldorf, wo er als Staatssekretär im Umweltministerium tätig ist. Seitdem führt Stellvertreter Prof. Dr. Werner Wahmhoff, seit 1991 bei der DBU, die Geschäfte.

Erschwert wird die wichtige Personalentscheidung durch die Koalitionsfrage in Berlin. Zwar hat das Kuratorium eine Findungskommission eingesetzt. Doch die Besetzung des Kuratoriums, das zurzeit von Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter vom Bundesumweltministerium geleitet wird, wird sich absehbar an vielen Stellen wieder verändern.

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