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Stürmische Nacht

Tief Ignatz hinterlässt nur geringe Spuren im Münsterland

Münsterland

Meteorologen warnten im Vorfeld bundesweit vor möglichen Auswirkungen des Sturmtiefs „Ignatz" in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Das Münsterland blieb vergleichweise verschont - doch im Bahnverkehr gibt es Einschränkungen. Eine erste Bilanz.

Von Mirko Ludwig und Elisa Schwarze

Viel Laub landete nach der stürmischen Nacht auf den Straßen und Autos in Münster. Foto: Matthias Ahlke

Am meisten bemerkbar machte sich das Sturmtief „Ignatz" im Münsterland im Kreis Coesfeld. Insgesamt zehn Einsätze verzeichneten die Kreispolizei sowie die Feuerwehr am Donnerstamorgen. So war beispielsweise in Senden ein Baum auf eine Fahrbahn gestürzt. Zumeist sorgten größere Äste, die auf die Straßen geweht wurden, umgekippte Bauzäune oder Verkehrsschilder für Einsätze in der Region.

Grundsätzlich haben die Wetterumstände im Münsterland nicht zu schwereren Unfällen geführt, bei denen Menschen verletzt wurden oder größere Sachschäden entstanden. Die einzige Ausnahme war ein Vorfall auf der Autobahn 31 bei Gescher (Kreis Borken): Ein 30-jähriger Autofahrer aus Legden war gegen 21 Uhr in eine Starkregen-Front geraten, woraufhin sein Wagen ins Schleudern geriet und gegen die Leitplanke prallte. Das Auto kam quer auf der Fahrbahn zum Stillstand, zwei nachfolgende Fahrzeuge konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen beziehungsweise bremsen, sodass es zu Zusammenstößen kam. Mit leichten Verletzungen mussten fünf Personen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden. Die A31 war im Unfallbereich in Fahrtrichtung Emden für etwa anderthalb Stunden komplett gesperrt.

Absicherung von Gefahrenstellen

Im Kreis Steinfurt mussten Polizei und Feuerwehr zu jeweils fünf Einsätzen ausrücken, um durch den Sturm verursachte Gefahrenstellen abzusichern. Hierbei handelte es sich vor allem um abgebrochene Äste und umgeknickte Bäume, gab ein Sprecher der Kreisleitstelle an.

Die Polizei Münster war zwischen Mitternacht und 8 Uhr aus dem gleichen Grund sieben Mal im Einsatz, berichtete eine Sprecherin, die selbst am Donnerstagmorgen bei ihrem Weg zur Arbeitsstelle von Zugausfällen im Raum Rheine betroffen war. Die städtische Feuerwehr hatte hingegen keine Einsätze zu verzeichnen.

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Im Kreis Warendorf kümmerte sich die Feuerwehr in fünf Einsätzen um Äste und Sträucher, die auf die Fahrbahn gelangt waren. Aus Sicht der Polizei blieb es in der Nacht weitestgehend ruhig - am Donnerstagmorgen kam es zwischen Alverskirchen und Telgte zu einem Unfall, weil ein Auto mit einem herabgestürzten Ast kollidiert war.

In einer "witterungsbedingten Einsatzbilanz" berichtete die Polizei im Kreis Borken am Nachmittag von mehreren umgestürzten Bäumen und insgesamt zehn Gefahrenstellen infolge des Sturms.

Fernverkehr in NRW läuft wieder an

Nachdem der Fernverkehr wegen Sturmschäden in Nordrhein-Westfalen am Donnerstagmorgen komplett zum Erliegen kam, rollen seit dem Mittag auf einigen Strecken wieder erste Fernzüge. Wie die Deutsche Bahn am Mittag mitteilte, werde der Zugverkehr nach und nach wieder aufgenommen. Es komme jedoch weiter zu Ausfällen und Verspätungen in weiten Teilen Deutschlands. Wie lange die Behinderungen andauerten, sei noch nicht abzusehen.

Die Reparaturen an den betroffenen Streckenabschnitten laufen auf Hochtouren, werden allerdings an einigen Stellen durch Auswirkungen des Unwetters behindert. "Ignatz" hatte seit der Nacht Äste und Bäume auf Gleise oder in Oberleitungen geweht. Der Raum Münsterland war davon zwar kaum betroffen, Sturmschäden in anderen Regionen wie Düsseldorf oder Köln machten eine Fortführung des Zugverkehrs jedoch unmöglich.

Auch im Regionalverkehr in NRW ist es am Donnerstagmorgen zu vereinzelten Störungen gekommen. Für die Eurobahn RE13 zwischen Hamm-Hauptbahnhof und Venlo wurden im Bereich Düsseldorf bis Venlo Verspätungen wegen der „aktuellen Wetterlage“ gemeldet.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte auch für Nordrhein-Westfalen landesweit eine Sturmwarnung herausgegeben. Wer die Möglichkeit habe, im Homeoffice zu arbeiten, sollte das nutzen, hatte eine Meteorologin geraten.

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