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Münsterland

Überdosis aus Verzweiflung?

Dietrich Harhues

Münster - War es sportlicher Ehrgeiz oder persönliche Verzweiflung, die einen 24-Jährigen dazu trieb, eine Überdosis eines giftigen Diätpräparates einzunehmen? Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer, am Dienstag bestätigte, deuten inzwischen klare Hinweise darauf hin, dass der junge Mann aus Münster-Wolbeck nicht versehentlich der Substanz Dinitrophenol (DNP) zum Opfer fiel.

Schweer räumte ein, am Vortag irrtümlich berichtet zu haben, dass der 24-Jährige (diese Altersangabe machte die Mutter des Verstorbenen), tot in seiner Wohnung aufgefunden worden sei.

Der Behördensprecher, der zunächst eher von einem Unfall beim Missbrauch von DNP ausgegangen war, stellt den tragischen Hergang nun so dar: Der 24-Jährige habe gegen 18 Uhr seiner Ex-Freundin am Telefon mitgeteilt, dass er eine höhere Dosis des heiklen Präparates eingenommen habe. Die Frau sei daraufhin mit ihm in ein Krankenhaus gefahren. Dort habe der Kraftsportler aber einige Zeit verstreichen lassen, bis er die Substanz nannte, die er sich selbst verabreicht hatte.

Dass sich das Präparat im Körper, der schon stark erhitzt war, verteilt hatte, wurde dem Mann offenbar zum Verhängnis. Selbst Experten einer Giftnotrufzentrale, so hieß es, konnten ihm nicht mehr helfen. Der 24-Jährige sei in eine andere Klinik verlegt worden – auch dort gelang es den Medizinern nicht, das Leben des Mannes zu retten, der am frühen Freitagmorgen starb.

Dass sich in seiner Wohnung Wirkstoffe fanden, die in der Bodybuilder-Szene gehandelt werden, beschäftigt weiter die Ermittler. Sie wollen klären, wie das DNP-Opfer, das in mehreren Fitness-Studios trainiert haben soll, an die Präparate gelangt ist.

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