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Wegen des Ukraine-Kriegs

Urenco kündigt Vertrag mit Lieferanten in Russland

Gronau

Die Konzernleitung des Urananreicherungsunternehmens Urenco ist „zutiefst besorgt“ über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine. Doch bei der Sorge bleibt es nicht. Das Unternehmen hat einschneidende Konsequenzen gezogen.

Von Martin Borck

Transporte von abgereichertem Uranhexafluorid, wie sie auf dem Bild links zu sehen sind, stehen zurzeit nicht an. Foto: Guido Kratzke

Die Urenco hat angesichts des Krieges in der Ukraine ihren Vertrag mit dem Lieferanten in Russland gekündigt. „Wir sind zutiefst besorgt über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine (...). Den Vertrag mit unserem Lieferanten in Russland haben wir gekündigt und alle Lieferungen in beide Richtungen gestoppt“, schreibt das Unternehmen.

Die Auswirkungen auf das Unternehmen nennt Unternehmenssprecher Dr. Chris Breuer gegenüber unserer Zeitung erheblich. Die Konzernleitung habe keinen Spielraum gesehen und auch nicht den Willen gehabt, die Verbindungen aufrechtzuerhalten.

Die Urenco betreibt in Europa drei Urananreicherungsanlagen in Gronau, Capenhurst (England) und Almelo (Niederlande). Auch aus Gronau wurde in der Vergangenheit abgereichertes Uranhexafluorid nach Russland gebracht. Der größte Teil des angelieferten Materials wird dort gelagert und wieder angereichert. Die Urenco Deutschland hatte mit dem russischen Staatsunternehmen Tenex einen Vertrag über die Lieferungen geschlossen, der aber inzwischen ausgelaufen ist. Insofern stehen aus Gronau keine Lieferungen an, wohl aber aus Großbritannien.

Die derzeitige Situation könne dazu führen, dass die zur die Lagerung von (chemisch stabilem) Uranoxid vorgesehene Halle auf dem Betriebsgelände in Gronau eher als geplant genutzt wird, erklärt Breuer.

Die Urenco liefert Material für Kernbrennstoffe auch an einen Abnehmer, der unter anderem einen Atomkraftwerksblock in der Ukraine betreibt. Diesem Geschäftspartner in der Ukraine sicherte das Unternehmen Hilfe zu.

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