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Insektenpfad rund um den Emssee und durch die Altstadt eingeweiht

Viel positive Resonanz erzielt

Warendorf

Viel positive Resonanz haben Inge Seelige und die Bürgerinitiative „Rettet die Bienen“ zu ihrem WarendorFAIR Insektenpfad schon vor der offiziellen Einweihung erfahren. Diese wurde nun am Dienstagmittag am ersten Standort zwischen den Hochbeeten der „Essbaren Stadt“ und der angelegten Insektenburg an der Kolkstiege vorgenommen.

Von Klaus Münstermann

Inge Seelige (Siebte von links) und Christel Johanterwage (Achte von links) von der Bürgerinitiative „Rettet die Bienen“ bedankten sich bei den vielen Unterstützern, die die Einrichtung des Insektenpfads mit ihren Ideen, ihrem Arbeitseinsatz und ihren Spenden möglich gemacht haben. Foto: Klaus Münstermann

„Der Pfad rund um den Emssee und durch die Altstadt soll die Menschen für den Insektenschutz sensibilisieren“, sagte Seelige und dankte den vielen Unterstützern für ihre Ideen, ihren Arbeitseinsatz und ihre Spenden.

Auf 16 Thementafeln entlang der 7,5 Kilometer langen Strecke wird über die faszinierenden Lebensräume der einheimischen Insekten informiert und darüber aufgeklärt, wie sowohl Städte und Gemeinden als auch auch jeder Einzelne etwas in seinem (Garten-)Umfeld verändern kann, um das Insektensterben abzumildern. Zwei Legendentafeln (Zwischen den Emsbrücken und am Gasthof Herrlichkeit) zeigen den Verlauf des Pfades.

„In Deutschland gibt es 33 000 Insektenarten. Viele von ihnen stehen bereits auf der roten Liste“, sagte Dr. Beritt Philipp von der NABU-Naturschutzstation Münsterland. Viel schwerer wiege noch, dass in den vergangenen 30 Jahren etwa 75 Prozent der Insektenmasse verschwunden sei. „Und so fehlt auch den Singvögeln die Nahrung“, sagte Philipp.

Ohne Insekten fehlt auch Singvögeln die Nahrung

„Ich war erschüttert als ich auf dem Apistikus-Tag in Münster 2016 bei einem Vortrag gehört habe, dass Bienen sterben, weil sie keine Nahrung mehr finden“, erinnert sich Seelige an den Auslöser zur Gründung der Bürgerinitiative. Ein verwaister Bolzplatz im Hanseviertel wurde anschließend mit Hilfe des Bauhofs in eine Insektenweide verwandelt. Filmvorführungen, finanziell von der Bürgerstiftung unterstützt, folgten. Blütensamen wurden an die Besucher verschenkt.

Mit der Aktion „Insektenfreundlicher Garten“ wurde der Kreis der Bienenretter 2019 größer. Fotos der 39 ausgezeichneten Gärten wurden 2020 in der Sparkasse Münsterland Ost ausgestellt. Trotz Corona blieb der Insektenschutz ein großes Thema. An mehreren Standorten (Kreishaus, Wasserturm, Emskolk) wurden Insektenburgen errichtet.

Regio-Saatgut soll auf Grünflächen ausgebracht werden

„Wir werden auf den Grünflächen des Kreises Regio-Saatgut ausbringen, weil fremde Pflanzen und Kräuter von den Bienen und Insekten gemieden werden“, sagte Tom Hofmann von der Kreisverwaltung. Mehrere Schulen wurden bereits mit ins Boot geholt. „Wir haben den Film “More than Honey“ gesehen und uns im Unterricht mit dem Thema beschäftigt. Nun trauen wir uns auch größere Projekte zu“, sagte Heike Konersmann von der Bischöflichen Realschule. Eine 180 qm große Bienenweide ist geplant.

Kerstin Lieber hat sich zur Natur- und Landschaftsführerin weitergebildet und wird Führungen entlang des Insektenpfades und der „Essbaren Stadt“ anbieten. Paul Hartmann, Klimaschutzbeauftragter der Stadt, kündigte an: „Wir werden die Strecke der Tour auf der Seite der Bürgerstiftung online stellen, damit der Pfad noch populärer wird.“

Das Gesamt-Projekt wurde im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) Altstadt Warendorf aus Mitteln den Bundes, des Landes NRW und der Stadt Warendorf gefördert.

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