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Prozess 

Wie groß war die Angst vor Sparda-Bank-Chef Enrico Kahl?

Münster

Der jüngste Verhandlungstag im Prozess gegen den früheren Sparda-Bank-Chef Enrico Kahl  war ein Tag der gegensätzlichen Darstellungen. Als Zeugen wurden Kahls seinerzeitige Vorstandskollegen und der ehemalige Leiter der Personalabteilung befragt.

Von Gunnar A. Pier

-gap- Prozessauftakt gegen Enrico Kahl, einst Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Münster, am 10. Februar 2022 vor dem Landgericht münster. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Spesenbetrug vor. Foto: Gunnar A. Pier

Schüchterte Bank-Boss Kahl Mitarbeiter ein und machte alle mundtot, die anderer Meinung waren als er? Günther W., der lange vor seiner Zeit als Personalchef der Sparda-Bank Psychologie studiert hatte, erklärte im Landgericht: „Ich weiß von Kollegen, die in Angst und Schrecken lebten.“ Es habe Mitarbeiterinnen gegeben, die gezittert hätten, wenn Kahl hereinkam. Von tatsächlichen Sanktionen wie Kündigungen nach unliebsamen Nachfragen aber konnte er nicht berichten. Das Klima der Angst funktionierte demnach wohl eher subtil. Die beiden damaligen Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden gaben an, Kahl nicht gefürchtet zu haben. Sie hätten sich nicht „abhängig“ gefühlt, obwohl klar gewesen sei, dass Kahl eine enge Beziehung zum Aufsichtsrat hatte – und anstelle des zuständigen Gremiums im Hintergrund selbst über Personalentscheidungen und Vertragsverlängerungen bestimmt habe.

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