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Fragen und Antworten

Vermehrte Sichtungen im Münsterland: Was man über den Wolf wissen muss

Münster

Er polarisiert und erhitzt die Gemüter: Der Wolf ist zurück in NRW und streift auch immer öfter durch das Münsterland. Wie sollte man sich verhalten, wenn man einem Wolf begegnet – und wie gefährlich ist das Raubtier für Mensch, Haus- und Nutztier?

Der eurasische Wolf, oft auch europäischer Grauwolf genannt. Foto: picture alliance / Bernd Thissen/dpa

Er ist zurück: Nachdem der Wolf in Deutschland ausgerottet worden war – der letzte Wolfsnachweis wird auf das Jahr 1850 in Brandenburg datiert –, ist das Raubtier mittlerweile wieder in den einheimischen Wäldern Zuhause. Im Jahr 1990 wurde der Wolf in Deutschland unter Schutz gestellt, in den Folgejahren haben sich mehrere Rudel über das gesamte Bundesgebiet verteilt angesiedelt. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Wolf, der auch immer öfter im Münsterland gesichtet wird.

Der Eurasische Wolf im Steckbrief

  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Hunde
  • Wissenschaftlicher Name: Canis lupus lupus
  • Kopf-Rumpf-Längen: bis zu 1,40 Meter
  • Gewicht: 30 bis 50 Kilogramm
  • Lebenserwartung: 10 bis 13 Jahre in der Wildnis, bis zu 17 Jahre in Gefangenschaft
  • Fellfarbe: gelblich grau, graubraun oder dunkelgrau
  • Verbreitung: vom asiatischen Teil Sibiriens im Osten über den europäischen Teil Russlands bis nach Skandinavien, über Osteuropa bis nach Mittel- und Westeuropa sowie nach Südost- und Südeuropa.

    Wissenswertes zum Eurasischen Wolf:

  • Die in Deutschland lebende Wolfsart, bei der es sich um eine Unterart des Wolfes (canis lupus) handelt, ist der Eurasische Wolf (Canis lupus lupus), oftmals auch als „Europäischer Grauwolf“ bezeichnet.
  • Ein Wolfspaar mit Nachwuchs, aus einem aktuellen oder einem früheren Wurf, bilden ein Rudel. Diese bestehen im Schnitt aus acht Tieren.
  • Jungwölfe verlassen mit etwa zwei Jahren ihr Rudel und ziehen als Einzeltiere umher. Sie suchen dabei ein eigenes Territorium und einen Partner für die Gründung eines eigenen Rudels.
  • Ein Wolfsrudel nutzt ein Gebiet von etwa 250 Quadratkilometern und kann pro Tag eine Strecke bis zu 75 Kilometer zurücklegen.
  • Wölfe siedeln sich nicht ausschließlich in Wäldern und der Wildnis an – sie lassen sich theoretisch überall dort nieder, wo sie genug Futter und Rückzugsmöglichkeiten finden und wo sie nicht vom Mensch vertrieben werden.
  • Wölfe fressen zwischen zwei und fünf Kilogramm Fleisch am Tag.
  • Als Hauptnahrung dienen dem Wolf in Deutschland vor allem Rehe, Rotwild und Wildschweine, in geringerem Maße auch kleinere Säugetiere wie Hasen. Nutztiere wie Schafe und Ziegen machen nur etwa einen Prozent der Nahrung aus – sie spielen also für das Überleben der Wölfe in Deutschland keine Rolle, wie der Naturschutzbund (Nabu) NRW berichtet.

Wie viele Wölfe gibt es mittlerweile in Deutschland?

Experten gehen bundesweit von mindestens 1350 Tieren aus, 1200 Wölfe leben in Rudeln. Mit Stand November 2022 gibt es laut Nabu bundesweit 161 Wolfsrudel, 43 Paare und 21 Einzeltiere.

Wo in Deutschland haben sich Wölfe angesiedelt?

Wölfe haben sich vor allem in Ost- und Norddeutschland niedergelassen. Die meisten bestätigten Wolfsnachweise stammen aus Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Dauerhaft angesiedelt haben sich zudem Wolfspaare in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Sesshafte Einzeltiere wurden in Hessen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg nachgewiesen. Auch in NRW gibt es bereits mehrere offiziell ausgewiesene Wolfsgebiete.

Zwei Wolfswelpen streifen im Herbst 2021 durch die Kernzone der Döberitzer Heide in Brandenburg. In der Döberitzer Heide hat sich ein Rudel Wölfe angesiedelt. Foto: dpa-Zentralbild/Ingolf König-Jablonski

Auch in NRW und dem Münsterland ist der Wolf unterwegs

Im münsterländischen Ascheberg wurde 1835 der letzte Wolf in NRW geschossen, danach wurde es in der Region still um das Raubtier. Im Jahr 2009 folgte im Kreis Höxter in Ostwestfalen der erste neue Wolfsnachweis. Seitdem galt NRW zunächst noch als "Wolfserwartungsland", da bisher lediglich von umherziehenden Einzeltieren auszugehen war. 2018 jedoch wurde bei Schermbeck eine Wölfin heimisch. Die damalige NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) wies daraufhin das erste Wolfsgebiet aus. Dies machte NRW offiziell zum "Wolfsland".

Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist die Zahl der Wölfe in NRW aber eher gering. In den Jahren 2020/21 wurden lediglich zwei Rudel gezählt, im Jahr 2022 wurden 120 einzelne Wolfsnachweise gemeldet. Dies wird laut Einschätzung des Nabu und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv) aber vermutlich nicht so bleiben: Die Jungtiere von Wolfsrudeln in Niedersachsen und Belgien dürften für weiteren Zuwachs in NRW sorgen, so die Einschätzung.

Wilhelm Deitermann, Sprecher des Landes­umweltamtes (LANUV)

Im Münsterland sind ebenfalls Wölfe unterwegs: Auf der Seite des Lanuv werden bestätigte Wolfsnachweise aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf aufgelistet. Auch bei Münster ist im Jahr 2022 nachweislich ein Wolf unterwegs gewesen: Das Tier wurde nahe der Autobahn 43 am Kreuz Münster-Süd von einer Wildkamera gefilmt.

Vier Wolfsgebiete im "Wolfsland" NRW

Derzeit gibt es in NRW vier ausgewiesene Wolfsgebiete, in denen sich Tiere dauerhaft niedergelassen haben:

  • Schermbeck
  • Senne
  • Eifel-Hohes Venn
  • Oberbergisches Land

Mögliches Wolfsgebiet im Münsterland?

An der Grenze zum Münsterland, in der Region Schermbeck, hat sich bereits seit Längerem ein Wolfsrudel angesiedelt. Naturschutzexperten gehen davon aus, dass sich ein Einzelwolf in der angrenzenden Hohen Mark heimisch fühlt. Vermehrt sind zudem Wolfssichtungen in Haltern am See gemeldet worden.

„Bislang sind im Münsterland durchziehende Wölfe beobachtet worden. Jetzt scheint sich nördlich von Schermbeck ein Tier angesiedelt zu haben“, sagt der Sprecher des Landesumweltamtes, Wilhelm Deitermann. Der wahrscheinlich 2020 geborene Wolfsrüde stammt aus Niedersachsen, heißt es.

Das Land prüfe gerade in einem mehrstufigen Verfahren die rechtlichen Voraussetzungen, ob die Hohe Mark zwischen Borken und Recklinghausen als Wolfsgebiet ausgewiesen wird. Dafür sind mehrere Nachweise eines Tieres erforderlich. Der Status „Wolfsgebiet“ hat Auswirkungen auf Entschädigungen. In der Hohen Mark können bereits jetzt Halter von Schafen und Ziegen Förderungen für Herdenschutz beantragen, da das Gebiet in der Pufferzone zum Wolfsgebiet Schermbeck liegt.

Nicht immer ist ein gesichteter Wolf ein Beweis dafür, dass sich in der Gegend auch Wölfe niedergelassen haben –Einzeltiere streifen auch gerne kilometerweit auf der Suche nach einer Partnerin oder einem geeigneten Territorium umher. Foto: dpa/Boris Roessler

Woher kommen die Wölfe?

Die Wölfe in Norddeutschland gehen laut Informationen des Nabu auf Einzeltiere zurück, die ursprünglich von Rudeln in Ostpolen abstammen. Wölfe in Süddeutschland stammen zumeist aus Populationen in Italien oder den Alpen.

Wie gefährlich ist der Wolf für den Menschen?

Für Menschen stellt der Wolf in der Regel keine Gefahr dar – vorausgesetzt, das Tier wurde nicht bedroht oder zuvor durch Anfüttern an den Menschen gewöhnt. Seit der Ansiedelung der Wölfe in Deutschland wurde laut Nabu NRW kein einziger Wolfsangriff auf einen Menschen dokumentiert – auch zu gefährlichen Situationen sei es demnach nicht gekommen.

Information des Nabu NRW

Wolfsangriffe im Rest der Welt oft in Verbindung mit Tollwut

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einem Wolf begegne?

Sollten Sie bei einem Spaziergang auf einen Wolf treffen, gibt unter anderem der Nabu Tipps für das richtige Verhalten. Vorweg: Eine Wolfsbegegnung ist allein schon aufgrund des geringen Bestandes sehr unwahrscheinlich. Die Tiere sind zudem Menschen gegenüber scheu und gehen ihnen eher aus dem Weg. Jungtiere sind allerdings etwas neugieriger oder, wenn sie allein umherziehen, noch nicht „ortskundig“ genug, wie der Nabu NRW berichtet. Deswegen können junge Wölfe ganz selten auch am Rande einer Siedlung gesichtet werden oder Menschen bei einem Waldspaziergang über den Weg laufen – eine solche Begegnung bleibt dennoch höchst unwahrscheinlich.

Nabu NRW

Treffen Sie trotz aller Unwahrscheinlichkeit doch auf einen Wolf, empfehlen der Nabu und das Lanuv folgendes Verhalten:

  • Laufen Sie nicht weg.
  • Halten Sie Abstand zum Wolf und beobachten Sie ihn, bis dieser sich zurückzieht.
  • Versuchen Sie nicht, den Wolf anzulocken, anzufassen oder zu füttern.
  • Verfolgen Sie einen sich zurückziehenden Wolf nicht.
  • Sollten Sie sich unwohl fühlen, können Sie versuchen, den Wolf zu verscheuchen, zum Beispiel durch laute Ansprache, Händeklatschen oder indem Sie mit ihren Armen winken und sich groß machen.
  • Notfalls können Sie auch Gegenstände, beispielsweise einen Ast, in Richtung des Tieres werfen.
  • Sie können auch den Abstand zum Tier selber vergrößern, indem Sie sich mit Blick auf den Wolf langsam entfernen.

Können Kinder alleine in einen Wald gehen, in dem es Wölfe gibt?

Auch für Kinder geht vom Wolf nicht automatisch eine Gefahr aus. Kinder sollten jedoch frühzeitig die Verhaltensregeln zum Umgang mit dem Wildtier beherrschen, wenn sie in Wolfsgebieten unterwegs sind. Aber auch hier gilt: Die Begegnung mit einem Wolf ist sehr unwahrscheinlich. In Deutschland wurde bisher kein Zusammentreffen von Mensch und Wolf dokumentiert, bei dem sich das Tier aggressiv verhalten hat.

Wenn Wolf auf Hund trifft – Tipps für Tierhalter

Sind Sie mit Ihrem Hund in einem bekannten Wolfsgebiet unterwegs, sollten Sie Ihren Vierbeiner besser anleinen. Ein Wolf könnte ihren Hund als einen Reviereindringling ansehen und vertreiben wollen. „Ist der Hund jedoch nah beim Menschen, überträgt sich der von ihm ausgehende Schutz automatisch auf den Hund“, informiert der Nabu NRW. Bei einer Begegnung gelten zudem die zuvor beschriebenen Verhaltensempfehlungen: Abstand halten, beobachten und den Wolf gegebenenfalls mit lauten Rufen oder Gesten vertreiben.

Bei Spaziergängen durch bekannte Wolfsgebiete sollten Hunde stets angeleint sein und nah beim Menschen bleiben. Foto: dpa/Sebastian Gollnow/Symbolbild

„Wolfmonitoring“: Wie wird ein Wolfsnachweis erbracht?

Ob ein Wolf in einer Region unterwegs ist oder gar ein Nutztier gerissen hat, kann durch unterschiedliche Verfahren ermittelt werden. Das Bundesamt für Naturschutz hat dafür Monitoring-Standards festgelegt, die auch für die Überwachung von Luchsen und Bären verwendet werden. Mittels dieses Verfahrens werden mögliche Wolfsnachweise in die drei Stufen von C1, C2 und C3 eingeteilt:

    C1 – eindeutiger Nachweis: Harte Fakten, die die Anwesenheit der entsprechenden Tierart eindeutig bestätigen, zum Beispiel:

  • Lebendfang
  • Totfund
  • genetischer Nachweis (DNA-Analyse anhand von Kot, Speichel, Urin-Duftmarken oder Fell)
  • Foto
  • Telemetrie-Ortung (Verfolgung von Wildtieren mit Hochfrequenz-Sendern)

    C2 – bestätigter Hinweis: Von erfahrener Person überprüfter Hinweis, bei dem ein Wolf als Verursacher bestätigt werden konnte. Die erfahrene Person kann den Hinweis selber im Feld oder anhand einer aussagekräftigen Dokumentation von einer dritten Person überprüfen und bestätigen. 

  • Spuren oder Fährten
  • Gerissene Tiere mit für den Wolf charakteristischen Bissverletzungen
  • Tonaufnahmen oder das Wahrnehmen von Wolfsgeheul

    C3 – unbestätigter Hinweis: Alle Hinweise, bei denen ein Wolf als Verursacher aufgrund der mangelnden Indizienlage von einer erfahrenen Person weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte. Es erfolgt eine Einteilung in „wahrscheinlich“ und „unwahrscheinlich“. Beispiele:

  • Sichtbeobachtungen ohne Fotobeleg, auch von erfahrenen Personen
  • Hinweise, die zu alt, unzureichend oder unvollständig dokumentiert sind
  • Hinweise, die zu wenige Informationen für ein klares Bild enthalten (z.B. bei Spuren) oder aus anderen Gründen für eine Bestätigung nicht ausreichen

Das Land NRW veröffentlicht online eine Übersicht über die gemeldeten Nutztierrisse und weitere, mögliche Wolfnachweise, die nach Überprüfungen nur zum Teil auf Wölfe zurückzuführen sind. Manche Fälle gehen auch auf Hunderisse oder andere Todesumstände zurück oder sind nicht auswertbar.

Wem melde ich eine Wolfssichtung?

Jede Sichtung eines Wolfs sollte möglichst bald an das zuständige Landesumweltamt gemeldet werden – in NRW unter der Nummer 02361/30 50 (werktags) oder per E-Mail wolf_nrw@lanuv.nrw.de erreichbar.

Der Wolf steht unter strengem Schutz

„Der Wolf ist eine international 'streng geschützte' Tierart und genießt damit in Deutschland wie auch in den anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union den höchst möglichen Schutzstatus“, heißt es dazu auf der Internetseite des Lanuv. In Deutschland gehört der Wolf sowohl nach EU- als auch nach Bundesnaturschutzgesetz zu den streng geschützten Arten.

Das Jagen und Töten von Wölfen steht unter Strafe

Es ist streng verboten, den Wolf „zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten“, so das Lanuv weiter. Die Jagd auf Wölfe ist somit grundsätzlich verboten. Wer gegen diese Regelung verstößt, begeht eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet wird.

Wann darf der Wolf gejagt und getötet werden?

Eine Ausnahme für das Fangen oder gar Töten eines Wolfes besteht nur bei einzelnen Tieren, „die dem Menschen aufgrund individueller Verhaltensauffälligkeiten zu nahe kommen – oder wiederholt gesicherte Zäune überwunden haben, um Nutztiere zu töten“, heißt es beim Lanuv. Bei diesen Exemplaren handelt es sich um sogenannte „auffällige Wölfe“.

Das Bundesamt für Naturschutz hat Kriterien für die Kategorisierung von „auffälligen Wölfen“ erarbeitet und Maßnahmen für diese Tiere definiert. Eine dauerhafte Lösung, zum Beispiel für Halter von Schafen und Ziegen, sei das Abschießen von Wölfen jedoch nicht, wie unter anderem der Nabu und der Bund betonen. Nur ein nachhaltiger Herdenschutz könne hier Abhilfe schaffen und Nutztiere schützen.

Der Wolf und das liebe Vieh: Gefahr für Nutztiere?

Besonderes Konfliktpotenzial bietet ebenjene Gefährdung von Nutztieren durch den Wolf, denn das Raubtier unterscheide schließlich nicht zwischen Nutz- und Wildtieren, heißt es dazu von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DDBW). „Sie töten zur Nahrungsaufnahme solche Tiere, die sie leicht überwältigen können. Kleinere Nutztiere wie Schafe und Ziegen sind – verglichen mit wilden Huftieren – eine sehr einfache Beute, sofern sie nicht geschützt sind.“

DDBW
Ein Schaf trägt bei einer Protestaktion von Bauern gegen die weitere Ausbreitung wilder Wölfe ein Schild mit der Aufschrift „Ich bin kein Wolffutter!“ auf seinem Rücken.  Foto: dpa-Zentralbild/Jens Büttner/Symbolbild

In Deutschland polarisiert das Thema stark und wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von politischen Parteien aufgegriffen. 2019 forderte zum Beispiel die AfD eine Obergrenze für den Wolf in Deutschland, die FDP wollte das Abschießen von Wölfen erleichtern und den Schutzstatus herabsetzen.

Kommentar: Der Wolf ist da – und polarisiert

Wer kommt für Wolfsschäden auf? Welche Hilfe erhalten Nutztierhalter?

Für die Belange von Nutztierhaltern in Bezug auf den Wolf ist das in mittlerweile fast jedem Bundesland eingesetzte Wolfsmanagement zuständig. Dieses regelt unter anderem die Förderung von Präventionsmaßnahmen für Nutztierhalter. Dies betrifft zum Beispiel finanzielle Unterstützung beim Kauf von Elektrozäunen, die zudem ausreichend hoch sind und einen möglichst geringen Abstand zum Boden aufweisen, wie die DDBW informiert.  Auch Herdenschutzhunde hätten sich in Kombination mit Elektrozäunen bewährt.

Entstehen Schäden durch einen Wolf, können Tierhalter über das Wolfsmanagement zudem durch Ausgleichszahlungen finanziell unterstützt werden. Dies ist in NRW seit 2017 über die „Förderrichtlinien Wolf“ geregelt. In Wolfsgebieten ist die Voraussetzung für die mögliche Zahlung, dass die Tierhalter die Mindeststandards für den Schutz ihrer Nutztiere eingehalten haben. Ein Rechtsanspruch auf Ausgleichszahlungen besteht nicht.

Die Maßnahmen für Prävention und Ausgleichszahlungen richten sich jedoch vor allem auf ganz bestimmte Nutztiere: „Dabei stehen vor allem die Schaf- und Ziegenhalter im Fokus, da diese Nutztierarten besonders durch Übergriffe von Wölfen betroffen sind“, informiert die DDBW weiter.

Quellen:

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