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Schülerwettbewerb

Zu Besuch im jüdischen Alltag

Münster

Wer sich gut kennt, pflegt weniger Vorurteile. Darum soll der Wettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute!“ Schülerinnen und Schüler ermuntern, sich mit einem Alltag zu beschäftigen, den sie in der Regel nicht kennen. Eine gute Idee, findet der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer.

Die Hüberts’sche Schule in Hopsten hat den Wettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute!“ gewonnen. Regierungspräsident Bothe (r.) hat die Teilnehmerinnen ausgezeichnet.  Foto: Stefan Werding

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, hat die Teilnehmer des Wettbewerbs „Shalom – jüdisches Leben heute!“ ermuntert, auf dem Schulhof oder in ihren Freizeiteinrichtungen Zivilcourage zu zeigen und sich gegen Fremden- und Flüchtlingsfeindlichkeit zur Wehr zur setzen. Das Wort „Jude“ würde immer häufiger als Schimpfwort benutzt, obwohl es an vielen Schulen kein einziges jüdisches Kind gebe. „Antisemitismus hat auch ohne Juden einen wunderbaren Nährboden,“ meinte er.

Beschäftigung mit jüdischem Leben

Der Wettbewerb soll Schülerinnen und Schüler ermuntern, sich mit dem jüdischen Leben in ihrer Nachbarschaft zu beschäftigen. Das erklärte Regierungspräsident Andreas Bothe am Donnerstag während der Preisverleihung in der Bezirksregierung in Münster: Die beste Maßnahme gegen Antisemitismus sei es, seine Weitergabe von Generation zu Generation endlich zu unterbrechen. Antisemitischer Hass passiere „nicht weit weg, sondern hier bei uns“. Jüdinnen und Juden lebten in ihrem eigenen Land nicht selbstverständlich und sicher.

Regierungspräsident Andreas Bothe

Der Schülerwettbewerb helfe, wirkliches jüdisches Leben in Deutschland kennenzulernen und die Weitergabe von Stereotypen zu unterbrechen. Bothe wünscht sich, dass möglichst viele Kinder mit Jüdinnen und Juden Kontakt haben, „weil Vorurteile gar nicht erst entstehen, wenn man sich gegenseitig mehr begegnet“.

Schülerinnen der Hüberts’schen Schule in Hopsten ist das besonders gut gelungen. Sie haben den Wettbewerb gewonnen. Die Mädchen haben ein Hörspiel mit „besonderer Tiefe“ und „sehr sensibler und respektvoller Sprache“ produziert, wie Regierungspräsident Andreas Bothe sie lobte.

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