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"Aktenzeichen XY"

25 Hinweise nach TV-Beitrag zu Tötungsdelikt in Münster

Münster

2001 soll ein indischer Asylbewerber eine 32-jährige Familienmutter aus Münster brutal getötet haben. Am Mittwochabend strahlte die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ einen Beitrag zu diesem Kriminalfall aus. 25 Hinweise gingen anschließend im Studio in München sowie bei der münsterischen Polizei ein.

Martin Kalitschke

Aktenzeichen-Moderator Rudi Cerne Foto: dpa

Die grausame Bluttat, die sich am 13. Juli 2001 in einer Wohnung in Münster ereignete, liegt zwar schon 19 Jahre zurück – dennoch gingen nach Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“ am Mittwochabend 25 Hinweise ein. Konkrete Informationen zum aktuellen Aufenthaltsort des Tatverdächtigen, der damals eine 32-jährige Mutter von drei Kindern mit neun Messerstichen getötet haben soll, waren jedoch nicht darunter, so eine Polizei-Sprecherin am Donnerstag.

Kinder sind bis heute traumatisiert

Ihre drei Kinder waren zum Tatzeitpunkt in der Wohnung, der mutmaßliche Täter hatte die 16 Monate alten Zwillinge und den achtjährigen Sohn in ihren Zimmern eingeschlossen. Sie alle sind bis heute traumatisiert, berichtet der Erste Polizeikommissar und Leiter der Mordkommission, Ulrich Bux, der am Mittwoch live über den aktuellen Stand der Ermittlungen berichtete.

Mit diesen Fotos fahndet die Polizei nach Darshan Singh Foto: Kriminalpolizei Münster

Nach der Tat verließ der damalige Lebensgefährte der Frau, der aus Indien stammende Asylbewerber Darshan Singh, Münster in Richtung Wuppertal, dann weiter nach Amsterdam. Später hielt er sich nachweislich in England und Spanien auf, auch in seiner Heimat Indien soll er zwischendurch gewesen sein.

Ulrich Bux, Leiter der Mordkommission

Ulrich Bux war 2001 als erster am Tatort. Blutüberströmt lag die Frau in ihrer Wohnung, der achtjährige Sohn klopfte verzweifelt gegen seine Zimmertür. „Ein wirklich heftiger Fall“, sagt Bux, der fest entschlossen ist, den Täter zu stellen. „Irgendwann wird er einen Fehler machen“, ist er überzeugt. Ebenso sicher ist Bux, dass sich Singh – an dessen Täterschaft es nach seinen Angaben keine Zweifel gibt – nach wie vor in Europa aufhält.

Beschreibung des Tatverdächtigen

Die Kriminalpolizei hat zu den Fahndungsfotos auch eine kurze Personenbeschreibung zu Darshan Singh herausgegeben, der am 5. Oktober 1968 in Rajpura (Indien) geboren wurde. Er ist 1,80 Meter groß, hat dunkelbraune Haare, braune Augen sowie eine kräftige Statur. Er spreche zudem mit einem indischen Akzent, heißt es in der Beschreibung.

Tatverdächtiger wurde mehrfach von spanischer Polizei

2010, 2012 und 2013 wurde der Verdächtige mehrmals von der spanischen Polizei überprüft, er lebte damals bei Alicante, ging gewaltsam gegen seine dortige Partnerin vor. Die Polizei nahm Fingerabdrücke, glich sie jedoch nicht mit einer europäischen Datenbank ab – ein schwerer Fehler. „Hätte sie es gemacht, dann wäre sie sofort auf die Tat in Münster gestoßen“, so Bux.

So zieht sich die Fahndung bis heute hin. Doch Bux ist optimistisch, dass die Ermittlungen durch den Beitrag bei „Aktenzeichen“ neuen Schwung bekommen. Für die Ergreifung von Darshan Sing hat die münsterische Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt.

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