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Konflikte

26 Jahre nach Solingen: Türkei fordert soziale Einheit

Istanbul/Düsseldorf (dpa/lnw) - Die türkische Regierung fordert am 26. Jahrestag des fremdenfeindlichen Brandanschlags in Solingen von deutschen Politikern und Medien eine «einigende Sprache». Sie sollten nicht einen «ausgrenzenden und diskriminierenden Ansatz verfolgen», sondern für die soziale Einheit werben, heißt es in einer am Mittwoch verschickten Mitteilung des Außenministeriums. Bei dem Brandanschlag am 29. Mai 1993 waren in Solingen in Nordrhein-Westfalen fünf türkische Frauen und Mädchen verbrannt. Die Tat gilt als eines der schwersten rechtsextremen Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik.

dpa

«Es ist von größter Bedeutung, Lehren aus dieser Tragöde zu ziehen, gemeinsam gegen die Bedrohung des Rassismus zu stehen und effektive Maßnahmen gegen Ausländerfeindlichkeit zu ergreifen, um eine Wiederholung solcher Anschläge zu vermeiden», heißt es in der Botschaft weiter.

Die türkische Regierung begrüße außerdem die Entscheidung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, jedes Jahr eine Person oder Gruppe, die sich für Toleranz oder interkulturelle Versöhnung eingesetzt habe, mit der «Mevlüde-Genc-Medaille» auszuzeichnen. Mit der ersten Medaille ist am Dienstag der Duisburger Jugendhilfeverein «Jungs» ausgezeichnet worden. Namensgeberin ist Mevlüde Genç, die bei dem Anschlag zwei Töchter, zwei Enkelkinder und eine Nichte verloren hat.

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