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A45-Talbrücke: Kammer schlägt Sonderbeauftragten vor

Hagen (dpa/lnw)

Die südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) hat für den Neubau der maroden A45-Talbrücke bei Lüdenscheid die Einsetzung eines Sonderbeauftragten vorgeschlagen. Dies sei eine der Lehren aus einem Erfahrungsaustausch mit Verantwortlichen des Brückenneubaus von Genua am Freitag, teilte die SIHK mit.

Von dpa

Die marode Talbrücke Rahmede auf der Autobahn 45 bei Lüdenscheid. Foto: Dieter Menne/dpa/Archivbild

Das rund 75-minütige, virtuelle Treffen zählte der Kammer zufolge rund 20 Teilnehmer. Darunter waren unter anderem NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP), Ministerialdirigent Gerhard Rühmkorf aus dem Bundesverkehrsministerium sowie Marco Bucci, der Bürgermeister von Genua und ehemalige außerordentliche Beauftragte des dortigen Neubaus.

Unter anderem sei über eine Art runde Tische in Genua gesprochen worden, an denen alle Beteiligten frühzeitig alle Aspekte abgewogen hätten, sagte ein Sprecher der SIHK. Der Austausch solle fortgesetzt werden.

«Der Neubau in Italien gelang in Rekordzeit. Nach zwei Jahren stand die Brücke. Das zeigt, die Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeit lässt sich sehr kurz gestalten», sagte SIHK-Präsident Ralf Stoffels laut einer Mitteilung. Er betonte, dass die Folgen der A45-Brückensperrung «schwerste Konsequenzen» für die Region hätten und daher ein beschleunigter Neubau vergleichbar zu Genua «realisiert werden muss und kann». Entscheidend sei, die Belastungen für Bürger, Wirtschaft und Umwelt so schnell wie möglich rechtssicher zu minimieren.

Pinkwart bezeichnete nach dem Gespräch die Bündelung der Aufgaben bei einem Beauftragten als Erfolgsfaktor für Genua. «Diese Rolle hat Bürgermeister Bucci selbst übernommen und war damit sehr erfolgreich», sagte der NRW-Wirtschaftsminister laut Mitteilung. Aus diesem Krisenmangement «können wir viel für den schnellen Wiederaufbau der Rahmedebrücke lernen».

Die A45 als eine zentrale Verkehrsachse zwischen Nord- und Süddeutschland ist seit der Brücken-Vollsperrung Anfang Dezember 2021 unterbrochen - und wird es bis zu einem Neubau auch über Jahre hinweg bleiben. Die zuständige Autobahngesellschaft rechnet derzeit mit einer Neubauzeit von fünf Jahren.

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