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Streit mit Eisenbahnunternehmen eskaliert

Abellio fährt wieder Richtung Insolvenz

Unna

Der Streit zwischen den NRW-Verkehrsverbünden und dem Eisenbahnunternehmen Abellio ist eskaliert. Beide Vertragspartner konnten sich nicht über die Höhe der Verlustaufteilung einigen. Nun droht dem niederländischen Unternehmen endgültig die Pleite. Mit in den Strudel gerissen werden könnte die Westfalenbahn.

Von Elmar Ries

Foto: Martin Schutt/dpa

Die Sanierung des angeschlagenen Eisenbahnun­ternehmens Abellio Rail GmbH ist offenbar gescheitert. Die drei Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr in NRW halten es für erforderlich, „die bislang bei dem Eisenbahnver­kehrs­­un­ter­nehmen beauftragten Verkehre mit Wirkung ab 1. Februar neu auszuschreiben“. Das hat der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) am Mittwochabend mitgeteilt.

Damit rückt auch die Abellio-Insolvenz wieder in greifbare Nähe. Das entsprechende Verfahren läuft seit Wochen. Folglich ist auch die Zukunft der zu dem niederländischen Eisenbahnun­ter­nehmen gehörenden Westfalenbahn wieder offen. Noch Anfang dieser Woche hatte Abellio erklärt, die Westfalenbahn sei gerettet.

Letztlich sind die Verhandlungen zwischen den beiden Vertragsparteien am Thema Geld gescheitert. Auch für Abellio sind die Verkehrsverträge in den vergangnen Jahren zum Verlustgeschäft geworden. Die wollen die Vertragspartner, also die Verkehrsverbünde und das Un­ternehmen, im konkreten Fall untereinander aufteilen. Dabei ist der 13-prozentige Anteil, den Abellio stemmen will, aus Sicht der Auftraggeber viel zu niedrig.

Ihrer Ansicht nach „haben die Abellio-Vertreter das für eine Fortsetzung der Verträge erforderliche Maß an Kompromissbereitschaft vermissen lassen“, heißt es in ei­ner am Abend veröffentlichten Erklärung.

Einen Spalt breit ließen sie die Tür jedoch noch offen. Bis Freitag hat das Unternehmen nun Zeit, seine Vorstellungen zu überdenken – und anzupassen.

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