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Administrator übernimmt in Köln: Woelki zieht's nach Holland

Köln (dpa)

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat die Amtsgeschäfte am Dienstag an den Apostolischen Administrator Rolf Steinhäuser (69) übergeben. Steinhäuser, der in Köln Weihbischof ist, steht bis Anfang März an der Spitze des größten deutschen Bistums. Woelki nimmt bis dahin eine Auszeit. «Ich leite also jetzt vorübergehend das Erzbistum Köln im Auftrag des Papstes», sagte Steinhäuser in einer Grußbotschaft auf Twitter und Facebook. «Sie werden von mir hören.»

Von dpa

Der Apostolische Administrator Rolf Steinhäuser übernimmt die Amtsgeschäfte vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild

Im September hatte Papst Franziskus entschieden, dass Woelki trotz «großer Fehler» im Amt bleiben darf. Allerdings entsprach der Papst Woelkis Bitte nach einer Auszeit. Das Erzbistum befindet sich in einer Krise, seit Woelki vor einem Jahr entschieden hatte, ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen vorerst nicht zu veröffentlichen. Er führte dafür rechtliche Gründe an. Daraus entwickelte sich ein Konflikt, der unter anderem zu einer Welle von Kirchenaustritten führte.

In einer Videobotschaft für das Domradio sagte Woelki am Sonntag, dass er jetzt zunächst 30 Tage in Exerzitien gehen werde. Darunter verstehen Katholiken geistliche Besinnung. Das anschließende Programm ist noch nicht endgültig festgezurrt. «Ich würde mich gerne in benachbarten Kirchen, vielleicht in denen der Niederlande, über deren Wege der Seelsorge informieren», sagte Woelki. «Noch mal einen anderen Blick auf vieles bekommen, das wünsche ich mir.»

Außerdem schlage sein Herz bekanntlich für soziale Projekte, «so wie ich das bei den Besuchen in den Flutgebieten getan habe und bei der Öffnung es Priesterseminars für Obdachlose und beim Einsatz des gesamten Erzbistums für Flüchtlinge». Er erinnerte daran, wie er einmal einen Gottesdienst an einem ehemaligen Flüchtlingsboot vor dem Kölner Dom gefeiert hatte. «Wir alle haben jetzt ein paar Monate kostbare Zeit», sagte er. Der Diözesanrat, die Vertretung der Laien im Erzbistum Köln, befürchtet dagegen «einen kompletten Stillstand». Die Probleme lösten sich leider nicht von allein, hatte das Gremium im vergangenen Monat kritisiert.

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