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Landtag

Ärztin nach Eklat verärgert: Kindeswohl in Fokus rücken

Düsseldorf/Viersen (dpa/lnw)

Die Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Nordrhein hat sich nach einem Eklat im Familienausschuss des NRW-Landtags enttäuscht gezeigt. «Manchen Politikern scheint es nicht um das Wohl der Kinder zu gehen», sagte Christiane Thiele der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Sie war vom persönlichen Referenten des FDP-Familienministers Jochaim Stamp als Sachverständige in den Ausschuss eingeladen, dann aber nicht angehört worden. «Es sollte um den kindlichen Gesundheitsschutz gehen, daran scheinen aber einige nicht wirklich interessiert gewesen zu sein.»

Von dpa

Thiele berichtete, sie sei in der Vergangenheit schon mehrfach im Ausschuss als Expertin von unterschiedlicher Seite eingeladen und angehört worden. Diesmal sei sie am Wochenende von Stamps Referenten eingeladen worden. «Man hat mich aus fraktionspolitischen Gründen dann aber nicht sprechen lassen.» Es sei über die Einladungsfrist gestritten worden, dass anderen nicht ausreichend Zeit für eine eigene Benennung von Sachverständigen gegeben worden sei.

Die Ärztin sagte, sie habe im Saal klargestellt, dass sie als Medizinerin allein «im Interesse der Kinder» spreche und keiner Partei angehöre. Man habe sie aber nicht befragt, sondern untereinander gestritten. Sie habe den Raum daraufhin verlassen - unter Verweis darauf, dass sie in der für sie verlorenen Zeit weitere geflüchtete ukrainische Kinder in ihrer Praxis am Niederrhein hätte behandeln können. Sie sehe sich als medizische Expertin respektlos behandelt und befürchte, dass es einigen Politikern nicht um den Schutz der Kinder, sondern offenbar um Wahlkampf gehe.

Der Berufsverband Nordrhein und der BVKJ-Verband Westfalen-Lippe hatten kürzlich nach mehr zwei Jahren Pandemie ein Ende der anlasslosen Corona-Testungen und mehr Normalität für Kinder im Alltag gefordert. Die bisherigen zum Schutz gedachten Maßnahmen belasteten die Jungen und Mädchen eher als sie nutzten.

Auch wenn die Infektionszahlen bei Kinder hoch seien, «spiegelt das die reale Krankheitssituation bei den Kindern überhaupt nicht wieder», hatten Thiele und ihr westfälischer Verbandskollege Marcus Heidemann betont. Stamp hatte kurz darauf einen schrittweisen Rückzug des Landes aus den anlasslosen Tests in Kita angekündigt. Von SPD und Grünen war anschließend heftige Kritik gekommen.

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