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Aktionärsvertreter: Bayer ist jetzt US-Justiz ausgeliefert

Düsseldorf (dpa) - Die von einer US-Jury gegen Bayer verhängte Milliardenstrafe bringt den Leverkusener Konzern nach Einschätzung der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) in eine gefährliche Lage. «Das Schicksal von Bayer liegt jetzt in der Hand des US-Richters, der als nächster die Höhe der Strafe prüft», sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler der Deutschen Presse-Agentur. Das sei «erschreckend».

dpa

Das Bayer-Kreuz an der Fassade eines Werkgebäudes des Leverkusener Konzerns. Foto: Oliver Berg

In einem Prozess um mögliche Krebsrisiken des von der Bayer-Tochter Monsanto hergestellten glyphosatbasierten Unkrautvernichters Roundup hatte eine Geschworenen-Jury im kalifornischen Oakland den Konzern am Montag zu Schadenersatz in Höhe von insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro) an ein Rentnerehepaar verurteilt. Dieses macht geltend, wegen des Unkrautvernichters an Krebs erkrankt zu sein. Bayer kündigte bereits an, Rechtsmittel gegen die Entscheidung der Jury einzulegen.

Tüngler betonte, das Urteil zeige auch, dass Bayer das mit der Monsanto-Übernahme verbundene Reputationsrisiko offenbar unterschätzt habe. Der Leverkusener Konzern sei immer davon ausgegangen, dass es nur in Deutschland ein Problem mit dem Image des in der Gentechnik sehr aktiven US-Konzerns gebe. Doch seitdem Monsanto nicht mehr amerikanisch sei, sei offensichtlich auch die Stimmung in den USA gekippt.

Das jüngste Urteil erschwere auch einen Vergleich massiv. «Die Dimension ist so unfassbar aus allen Fugen geraten. Da ist in nächster Zeit kaum mehr ein Raum für eine Einigung», sagte Tüngler. Auch wenn die von Bayer zu zahlende Summe wohl am Ende noch deutlich reduziert werde, werde das erst einmal nur wenig helfen.

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