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Staatsanwaltschaft Duisburg

Anklage nach Rockermord mit zerstückelter Leiche

Duisburg (dpa)

Gut acht Jahre nach dem Mord an einem Hells-Angels-Rocker hat die Staatsanwaltschaft Duisburg Anklage gegen fünf Mitglieder der Bande wegen Strafvereitelung erhoben. Der eigentliche Täter, der das damals 32-jährige Opfer von hinten erschossen haben soll, hatte sich in den Iran abgesetzt. Er wird in einem getrennten Verfahren verfolgt, wie ein Sprecher des Landgerichts Duisburg am Donnerstag sagte. Über die Anklageerhebung hatte zuerst die «Bild»-Zeitung berichtet.

Von dpa

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Der Mord passierte laut Anklage im Januar 2014 in Mönchengladbach. Der Chef der Rockerbande in Oberhausen soll das Opfer erschossen haben. Der Mann sei verdächtigt worden, Geheimnisse der Rockergang verraten zu haben. Einer der Angeklagten soll dem Rocker-Boss die Waffe für die Tat angereicht haben, ein anderer soll später die Leiche zerstückelt haben. Körperteile sollen mit Wissen und teils Unterstützung der anderen Beschuldigten an verschiedenen Orten entsorgt worden sein.

Spaziergänger hatten den abgetrennten tätowierten Arm des Toten im Februar 2014 im Rhein bei Duisburg entdeckt. Durch einen DNA-Abgleich und anhand der Tätowierungen konnte der Arm mit dem vermissten Rocker in Verbindung gebracht werden. Zwei Monate später wurde auch der Torso im Rhein gefunden, Polizeitaucher bargen im Mai 2020 den Schädel des Toten aus dem Rhein-Herne-Kanal an der Duisburger Stadtgrenze.

Hintergrund ist laut Polizei und Staatsanwaltschaft eine Auseinandersetzung der Hells Angels mit der verfeindeten Rockergruppe Bandidos. Ein Hells-Angels-Mitglied soll Ende 2013 in Oberhausen auf ein Bandidos-Mitglied geschossen und den Mann schwer verletzt haben. Gegen den Verdächtigen dieser Tat wurde ebenfalls Anklage wegen Mordversuchs erhoben.

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