Öffnung der Außengastronomie in NRW

Ansturm auf gedeckte Tische bis hin zu "Terrassentourismus"

Beim Ausflug an einem gedeckten Tisch Rast machen, im Biergarten eine Erfrischung trinken oder im Straßencafé Kuchen essen. Das ist in einigen Regionen wieder möglich. Dabei haben bei weitem nicht alle Gastronomen mitmachen können. Mancherorts gab es Warteschlangen.

dpa

Impression vom Samstagnachmittag auf Münsters Prinzipalmarkt. Foto: Helmut Etzkorn

Endlich wieder Gäste, wenn auch nur draußen: Die in knapp einem Viertel der NRW-Regionen wieder mögliche Außen-Gastronomie ist nach Verbandsangaben am Wochenende auf eine riesige Nachfrage auch aus anderen Landesteilen gestoßen. „Trotz des schlechten Wetters gab es häufig Anfragen und Reservierungswünsche von Gästen, vor manchen Terrassen bildeten sich Warteschlangen“, sagte Dehoga-Landessprecher Thorsten Hellwig am Sonntag.

In Münster habe man teilweise auch „Terrassentourismus“ mit Gästen aus den umliegenden Kreisen feststellen können. Wegen der begrenzten Kapazitäten mussten Gäste mitunter lange auf einen freien Platz warten. Lange Schlangen mit Wartezeiten bis zu einer Stunde bildeten sich vor den Testzen­tren. Denn ein aktueller negativer Test war trotz der Lockerungen vielerorts nötig.

Risikofaktor Wetter

Viele Gastronomen mit Au­ßenbereich hatten wegen der kurzen Vorlaufzeit und des durchwachsenen Wetters noch nicht geöffnet und wollten die weitere Entwicklung erst einmal abwarten. Andere Gastronomen ohne einen Außenbereich konnten gar nicht öffnen.

Betriebswirtschaftlich bleibe das alleinige Terrassengeschäft bei Regenwetter ein Risiko. Hinzu komme ein weiteres Problem bei plötzlichem Wetterwechsel: „Wohin mit den Gästen, wenn es regnet, solange der Innenbereich geschlossen sein muss?“, verdeutlichte Hellwig. „Das erste Wochenende war durchwachsen wie das Wetter. Endlich offen, aber unter erschwerten Bedingungen“, erklärte er.

35 NRW-Kreise und kreisfreie Städte unter 100er-Inzidenz

Die Lockerungen galten ab Samstag für die Stadt Mülheim, die Kreise Soest und Viersen und den Rhein-Sieg-Kreis. Öffnen durften Wirte draußen auch in Münster sowie in den Kreisen Höxter und Coesfeld, wo die bundesweite Notbremse gar nicht erst hatte greifen müssen.

Inzwischen ist in 35 der insgesamt 53 Kreise und kreisfreien Städte die Inzidenz unter die Marke von 100 gefallen. Vor diesem Hintergrund wird auch der Ruf nach Schulöffnungen immer lauter. Wie das Schulministerium auf Nachfrage erklärte, werde derzeit an ei­ner Regelung bis zu den Sommerferien gearbeitet, die mehr Präsenzunterricht ermöglicht. Sie wird in dieser Woche vorgestellt.

Aufgrund der angespannten Pandemielage findet der Schulbetrieb derzeit landesweit als Wechselunterricht statt. Abschlussklassen sind ausgenommen. In Städten und Kreisen mit ei­ner Inzidenz von über 165 wird weiterhin Distanzun­terricht angeboten. Betroffen davon sind nur noch Hagen (201,9) und Leverkusen (165,4).

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