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Archäologie

Antrag auf Welterbe-Aufnahme des römischen Limes nach Plan

Ziemlich hochgerüstet lagerten die Römer vor 2000 Jahren an der Außengrenze ihres Reichs: Bis zu 30 000 Soldaten waren am Rhein stationiert. Spuren davon finden sich zuhauf. Die Grenze und all die Anlagen sollen ins Unesco-Welterbe aufgenommen werden.

dpa

Sicht auf das Haus Bürgel, das besterhaltene römische Kastell am Limes, gebaut 315. Foto: Marcel Kusch

Bonn (dpa/lrs) - Die Bewerbung um Aufnahme der römischen Grenzanlagen am Rhein in das Weltkulturerbe läuft nach Plan. Ende Februar 2021 könne noch auf Fragen der Gutachter geantwortet werden, sagte Steve Bödecker vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Dann sei das Antragsverfahren abgeschlossen. «Corona hat den Fahrplan bislang nicht beeinträchtigt», sagte der Bonner Archäologe.

Den Antrag beim Welterbekomitee auf Eintragung ins Unesco-Register haben die Niederlande sowie die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Anfang 2020 gemeinsam gestellt. In ihrem Gebiet waren vor etwa 2000 Jahren bis zu 30 000 Soldaten stationiert. Der Niedergermanische Limes war die gut bewachte Außengrenze des mächtigen römischen Reichs zu Germanien.

Die Grenzregion war dadurch auch ein Zentrum antiker Kultur und der Beginn der Städte im Rheinland. Der größte Teil der einstigen Grenze liegt auf NRW-Gebiet: Es sind 220 Kilometer zwischen Bonn und Kleve am damaligen Verlauf des Rheines. Weil der Fluss die Grenze war, ist es der «nasse Limes».

Auf das heutige Rheinland-Pfalz entfallen nur 23 Kilometer der insgesamt 385 Kilometer langen Grenzlinie. Der bereits 2005 ins Welterbe aufgenommene Obergermanisch-Raetische Limes, insgesamt 550 Kilometer lang, führt auf 75 Kilometern durch das heutige Rheinland-Pfalz, angefangen in Rheinbrohl (Kreis Neuwied).

Da die Unesco-Welterbesitzung im Sommer 2020 in China wegen Corona ausgefallen ist, könnte sich die weitere Behandlung verzögern. Dass der Antrag bei der nächsten Sitzung behandelt wird, steht daher noch nicht fest. «Aber es besteht derzeit Hoffnung, dass die Unesco trotzdem am üblichen Zeitplan festhält», sagte Bödecker.

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