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Verkehr

Autofahrer stoppte führerlosen Lkw auf A1

Matthias Erdmann ist der Retter, der auf der A1 in einen fahrenden Lkw kletterte und das führerlose Fahrzeug stoppte. Nun spricht er über Details der dramatischen Aktion.

dpa

Ein Streifenwagen steht auf der Autobahn 1 vor dem Lastwagen. Foto: dpa

Leverkusen (dpa/lnw) - Ein 43 Jahre alter Retter, der auf der Autobahn 1 auf einen führerlosen Lastwagen gesprungen ist und ihn gestoppt hat, würde noch einmal so handeln. «Ich würde es auf jeden Fall wieder machen», sagte Matthias Erdmann am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Erdmann war am Mittwochabend in einer waghalsigen Aktion in das Führerhaus des unkontrolliert über die A1 bei Leverkusen schlingernden Lastwagens geklettert. Dessen Fahrer war am Steuer kollabiert und gestorben.

«Der Held von der A1», titelte die «Rheinische Post» am Freitag neben einem Foto von Erdmann. Mit der Zeitung hatte er ausführlich gesprochen, weil manches doch «etwas anders» gewesen sei, so Erdmann. Das habe er richtig stellen wollen. So ist Erdmann zum Beispiel kein Lkw-Fahrer, wie es die Kölner Polizei in einer offiziellen Mitteilung berichtet hatte. Tatsächlich saß Erdmann in seinem Kleinwagen, als er gegen 21 Uhr auf dem Weg zur Nachtschicht den schlingernden Lkw in Höhe von Wermelskirchen sah. «Ich dachte mir: Was treibt der denn da?», erzählte Erdmann der «RP»: «Dann hab ich gesehen: Da ist gar niemand am Lenkrad.» Der Fahrer des Lkw war laut Polizei kollabiert und zwischen die Sitze gerutscht. Später konnte der Notarzt nur noch den Tod des 54-Jährigen feststellen.

Mehrere Lkw-Fahrer bremsten den Verkehr hinter dem langsam rollenden Fahrzeug aus. Erdmann stellte nach eigenen Angaben seinen Wagen mitten auf der A1 ab, rannte zu dem Lkw und versuchte, dessen Tür zu öffnen. Der «RP» erzählte er, dass die Tür verriegelt gewesen sei. Auch mit einem Taschenmesser habe er sie nicht aufbekommen. Ein Lkw-Fahrer habe ihm dann einen Hammer gegeben. Erdmann kletterte auf die Stoßstange eines Polizei-Bullis, der sich vor den Lkw gesetzt hatte, schlug die Scheibe ein - und sprang ins Führerhaus. Er stieg auf die Bremse. «Dann hab ich den Zündschlüssel rumgedreht und das war’s», so Erdmann.

«Wir hatten echt Glück», sagte Erdmann: «Bei Remscheid wäre ein starkes Gefälle gekommen.» Weil er sich an der zerstörten Scheibe die Hände aufgeschnitten hatte, musste Erdmann zunächst ins Krankenhaus. Dann ging er - verspätet - zu seiner Schicht in einer Wuppertaler Firma.

Am Freitag sehen seine Hände noch immer geschunden aus. 160 Anrufe habe er nach dem Zeitungsinterview auf seinem Handy gehabt, sagt Erdmann: «Da habe ich mir auch erst mal gedacht, was hast du denn da wieder gemacht?»

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