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Ausstellung

Bergbau-Schau über Umweltpolitik und Rekultivierung

Bochum (dpa/lnw)

Den Themen Umweltpolitik und Rekultivierung in Bergbauregionen in der DDR und der BRD ist eine Ausstellung in Bochum gewidmet. Vor allem geht es um den Abbau von Bodenschätzen im Ruhrgebiet, in der Lausitz und im Erzgebirge.

Von dpa

Ein originales Baumhaus aus dem Hambacher Forst bei der Sonderausstellung im Deutschen Bergbau-Museum. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Baumhaus, Speer und Joschka Fischers Lederjacke: Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum nimmt in einer Ausstellung die Folgen des Berg- und Tagebaus in den beiden deutschen Staaten in den Blick. Die Schau trägt den Titel «Gras drüber...Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich» und öffnet am Samstag. Rund 800 Objekte sollen den Prozess der Rekultivierung in den bergbaugeprägten Regionen Ruhrgebiet, Lausitz und Erzgebirge veranschaulichen. Viele dieser Objekte seien zum ersten Mal in einem Museum zu sehen, berichtete das Museum am Mittwoch. Die Ausstellung endet am 15. Januar 2023.

Den Ausstellungsmachern sei es darum gegangen, nicht nur darauf zu blicken, wo «Gras drüber» gewachsen sei, sagte der Bergbau-Historiker Michael Farrenkopf. Die Wissenschaftler hätten auch «unter die Grasnarbe» schauen wollen. So ist neben Fotos von Halden, zugeschütteten Tagebauen und renaturierten Landschaften auch das Gemälde «Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geliehen» des DDR-Künstlers Willi Sitte zu sehen.

Es symbolisiere alles, was in der Ausstellung zu sehen sei, sagte der Historiker: «Rüstungsindustrie, Verheerung, Tod, aber auch das Buch und die Wissenschaft.» Ein vertrockneter Baum verdeutliche das durch den Bergbau verursachte Wasserproblem an vielen Orten. Auch die Luftverschmutzung wird thematisiert: Die in der Ausstellung gezeigte Turmkugel des Cottbusser Schlosses war rund 50 Jahre lang Staub und Schadstoffen ausgesetzt und weist heute starke Beschädigungen auf.

Gezeigt wird auch ein Original-Baumhaus aus dem Hambacher Forst im Rheinischen Braunkohlerevier. Dieses habe vor zehn Wochen noch in 17 Metern Höhe gehangen, sagte Farrenkopf. Zusammen mit Aktivisten, die im Hambacher Forst gegen den Tagebau in der Region demonstrieren, habe man das Baumhaus abgebaut und in Bochum wieder aufgebaut. Gegenüber steht ein überdimensionales Braunkohlebrikett, das für den Erhalt des Tagebaus in der Lausitz stehe.

Der Bergbau förderte nicht nur Rohstoffe zutage. Ohne ihn sei etwa der Fund der Schöninger Speere nicht möglich gewesen, sagte Farrenkopf weiter. Die Speere zählen mit einem Alter von rund 300 000 Jahren zu den ältesten Jagdwaffen der Welt. In der Ausstellung wird eine Nachbildung gezeigt.

Die Schau nimmt auch die Aktivitäten der Umweltbewegungen beider deutscher Staaten in den Blick. An einer Station lässt sich Musik zum Thema Umweltschutz abspielen - etwa von Katja Ebstein oder den Puhdys. Auch eine Lederjacke des ehemaligen Außenministers Joschka Fischer wird gezeigt. Sie erinnert an seine politische Tätigkeit für die Grünen in den 1980er Jahren.

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