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Düsseldorf

Binnenschiffer mit Poller erschlagen: Anklage erhoben

Düsseldorf (dpa)

Weil er sich gestört gefühlt hat, soll ein Obdachloser in Düsseldorf einen Binnenschiffer aus Bayern mit einem Poller erschlagen haben: Zweieinhalb Monate nach der Tat ist nun Anklage gegen den 55-Jährigen erhoben worden, wie ein Sprecher des Düsseldorfer Landgerichts am Freitag mitteilte. Dem Beschuldigten wird Totschlag vorgeworfen.

Von dpa

Vor einem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Als Motiv hatte der Obdachlose nach der Tat angegeben, er habe sich von dem Mann gestört gefühlt. Weder beim Opfer noch beim Verdächtigen gab es Hinweise auf Alkoholkonsum. Das 23 Jahre alte Opfer stammt aus dem Landkreis Main-Spessart in Unterfranken. Als Besatzungsmitglied eines Binnenschiffs befand er sich auf Landgang.

Zeugen hatten beobachtet, wie der 55 Jahre alte Obdachlose Mitte Juni im Bereich des Ratinger Tores am Rande der Altstadt mit einem 14 Kilogramm schweren Begrenzungspoller mehrfach auf den 23-Jährigen einschlug. Der Mann starb noch am Tatort an den schweren Verletzungen. Der Bereich des Ratinger Tores wird von Obdachlosen gerne als Schlafplatz genutzt.

Am Tatort ist eine Baustelle. Wegen der Bauarbeiten lagen die normalerweise fest im Erdreich verankerten Poller lose herum. Der Verdächtige konnte trotz Fluchtversuchs durch Polizisten der nahe gelegenen Altstadtwache festgenommen werden. Diese waren von den Augenzeugen alarmiert worden.

Der Prozess soll am 20. Oktober beginnen, sagte Marcus Hertel, der Verteidiger des Beschuldigten.

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