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Gerichtsprozess

Binnenschiffer mit Poller erschlagen: Prozess beginnt

Düsseldorf (dpa)

Mit einem gusseisernen Poller soll ein Obdachloser am Rande der Düsseldorfer Altstadt einen bayerischen Binnenschiffer erschlagen haben - weil er sich an seinem Schlafplatz gestört gefühlt haben soll. An diesem Donnerstag beginnt der Prozess.

Von dpa

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Weil er einen bayerischen Binnenschiffer erschlagen haben soll, muss sich ein Obdachloser von diesem Donnerstag an in Düsseldorf vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55-Jährigen Totschlag vor.

Immer wieder soll der Obdachlose im vergangenen Juni mit einem 14 Kilogramm schweren gusseisernen Poller auf den Kopf des bereits am Boden liegenden 23-Jährigen eingeschlagen haben - weil er sich gestört gefühlt hat, wir er nach der Tat angegeben hatte. Beim Verdächtigen gab es keine Hinweise auf Alkoholkonsum, beim Opfer waren knapp 1,4 Promille festgestellt worden, wie ein Staatsanwalt am Mittwoch sagte.

Das 23 Jahre alte Opfer stammt aus Karbach aus dem Landkreis Main-Spessart in Unterfranken. Als Besatzungsmitglied eines Binnenschiffs befand er sich auf Landgang. Dabei soll er sich dem Schlaflager des Obdachlosen am Rande der Düsseldorfer Altstadt genähert haben. Der Obdachlose soll ihn laut Anklage aufgefordert haben, ruhig zu sein. Es sei zu einem Streit gekommen.

Der 23-Jährige starb noch am Tatort am Ratinger Tor an den schweren Verletzungen. Der Bereich wird von Obdachlosen gerne als Schlafplatz genutzt. Zur Tatzeit am 11. Juni 2022 war dort eine Baustelle. Wegen der Bauarbeiten lagen die normalerweise fest im Erdreich verankerten Poller lose herum.

Trotz Fluchtversuchs konnte der Kroate von Polizisten der nahe gelegenen Altstadtwache festgenommen werden. Das Gericht hat für den Prozess fünf Verhandlungstage angesetzt und will nach Angaben einer Gerichtssprecherin noch am ersten Tag vier Zeugen hören.

Zu Medienberichten, wonach sich der Angeklagte inzwischen auf eine Notwehrsituation beruft, weil er sich bedroht gefühlt habe, sagte Verteidiger Marcus Hertel, davon wisse er nichts.

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