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Spendenaktion für Flutopfer

Blandine-Merten-Haus wurde von der Flut zerstört - Kita startet in Containern neu

Bad Neuenahr-Ahrweiler/Münster

Die Kita Blandine-Merten-Haus in Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde Mitte Juli Opfer der Flutkatastrophe. Jetzt haben das Team und die rund 140 Kinder eine Perspektive: Es sind Provisorien vorbereitet.

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Fast zwei Meter hoch stand das Wasser im Blandine-Merten-Haus. Die Spuren sind an den Wänden deutlich zu sehen. Foto: Gunnar A. Pier

Fast zwei Monate sind vergangen, seit am 14. Juli 2021 eine der verheerendsten Flutkatastrophen der deutschen Geschichte Zerstörung und Tod brachten. Mehr und mehr finden die Menschen in den betroffenen Regionen inzwischen Wege, um ein Stück Alltag zurück zu bekommen. „Wir ziehen in Kürze in unser Ausweichquartier in eine Containerkita im Innovationspark Rheinland in der Gemeinde Grafschaft“, berichtet etwa Stefan Ibs, Leiter der Kita Blandine-Merten-Haus in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das ursprüngliche Gebäude der Einrichtung wurde zerstört – bald geht’s im Provisorium weiter.

Eine passende Übergangslösung zu finden, war dabei gar nicht so einfach. Die Kita, die im Ortsteil Bad Neuenahr nahezu direkt an der Ahr liegt, ist mit über 140 Plätzen in sieben Gruppen eher groß. Aber die Containerlösung, die vermutlich für ein ganzes Jahr bezogen wird, ist groß genug. Aktuell, so Ibs, seien zwei Notgruppen in der intakten Kita Calvarienberg untergebracht. „Bevor es dann endgültig in die Containerkita geht, kommen wir voraussichtlich Ende September für ein paar Wochen mit allen sieben Gruppen in eine Zeltkita ebenfalls im Innovationspark. In die Container ziehen wir dann vermutlich im Oktober/November“.

Ob das Gebäude des Blandine-Merten-Hauses, durch das in der Flutnacht ein mannshoher reißender Strom floss, erhalten werden kann, ist derzeit noch nicht ganz klar.

Bei der Einrichtung der Containerkita helfen auch Gelder aus der Spendenaktion, zu der unsere Zeitung, die Zeitungsgruppe Münsterland / Westfälische Nachrichten und Partner, Ende Juli aufgerufen hat. Sieben Kindertagesstätten von drei Trägern werden profitieren von Spenden in einer Höhe, die selbst die optimistischsten Prognosen bei Weitem übertreffen. Bis Donnerstagnachmittag gingen auf dem Konto 787 583,51 Euro ein. „Das ist großartig. Wir sind überwältigt. Vielen Dank“, kommentierte Stefan Ibs. Auch in den anderen Kitas sorgt der immer weiter steigende Spendenstand für leuchtende Augen – und das nicht nur wegen des Geldes, sondern auch wegen des damit verbundenen Zeichens der Solidarität.

Spendenaktion unserer Zeitung

Wenn nun von Spendengeldern etwa Mobiliar für die provisorische Container-Kita des Blandine-Merten-Hauses gekauft wird, ist das übrigens eine Investition für die Zukunft: „Das neu angeschaffte Mobiliar wird dann auch zukünftig in ein festes Gebäude mitgenommen“, so Stefan Ibs.

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