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Prozess

Bratpfannen-Explosion: Gericht stellt Verfahren ein

Freudenberg (dpa)

Fast drei Jahre nach der Explosion einer riesigen Bratpfanne auf einem Dorffest im Siegerland mit zwei Toten ist ein Gerichtsverfahren eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen einen Verantwortlichen des örtlichen Heimatvereins erhoben, Anfang 2022 war am Amtsgericht Siegen die Hauptverhandlung eröffnet worden. Dem Mann war fahrlässige Tötung vorgeworfen worden - unter anderem, weil er die Pfanne nicht aus dem Verkehr gezogen habe, als sie bereits zu überhitzen und sich zu wölben begann.

Von dpa

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Eine Gerichtssprecherin teilte am Dienstag mit, man habe dem Angeklagten die Auflage erteilt, 5000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Diese Auflage sei erfüllt worden, das Verfahren nun per Beschluss eingestellt. Das Gericht habe vor der Einstellung genau abgewogen und dabei auch den «im unteren Bereich der Fahrlässigkeit anzusiedelnden Schuldvorwurf» sowie das öffentliche Interesse an einer Strafverfolgung berücksichtigt.

Bei einem Brauchtumsfest in Freudenberg war im September 2019 eine gasbetriebene Groß-Pfanne explodiert, in der für die Festbesucher Kartoffeln gebraten wurden. Zwei Frauen im Alter von 67 und 31 Jahren kamen ums Leben. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war die Pfanne eine selbstgebaute Konstruktion, die sich seit Jahrzehnten im Besitz des Heimatvereins befand.

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