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Pandemie

Bürokratie und weniger Geld: Teststellen hadern mit Regeln

Werl/Arnsberg (dpa/lnw)

Weniger Geld pro Test, unterschiedliche Gruppen von Testpersonen, neue Vorgaben nur Stunden vor Inkrafttreten - so manch Teststellenbetreiber in Nordrhein-Westfalen hadert mit den neuen Regelungen zu den Corona-«Bürgertests». Am Donnerstag habe erstmal «komplettes Chaos» geherrscht, kritisierte etwa Sven Teschner, der in Werl ein Testzentrum betreibt. «Wir waren kurz am Überlegen, ob wir den Laden nicht einfach dichtmachen.» Auf die Zentren kommt organisatorischer Aufwand zu, außerdem müssen sie mit geringeren Einnahmen rechnen.

Von dpa

Ein junger Mann geht in Coesfeld in ein Corona-Testzentrum. Foto: Guido Kirchner/dpa/Bildarchiv

Bis in die Nacht zum Donnerstag habe man noch an der Umsetzung der Regeln gearbeitet, sagte Teschner. Die Vorgaben waren am Mittwoch - Stunden vor Inkrafttreten - veröffentlicht worden. Ein Anrecht auf kostenlose Tests haben künftig nur mehr bestimmte Risikogruppen. Will man eine Veranstaltung besuchen oder hat eine rote Corona-Warn-App, muss man drei Euro Eigenanteil leisten, den Rest zahlt der Staat. Wer sich ohne Grund testen lassen will, muss komplett selbst bezahlen. Den Preis bestimmt in diesem Fall das Testzentrum.

Es sei schwierig, 16 Mitarbeitende über Nacht zu schulen und etwa in die neue Nachweispflicht einzuweisen, sagte Emil Riggelsen, Betreiber einer Teststelle in Arnsberg. Es gebe keine klaren Anweisungen, der Interpretationsspielraum der Verordnungen sei enorm hoch. Schwierigkeiten bereiten etwa Nachweise für den Anspruch auf einen kostenlosen Test: Ist das Kind jünger als sechs Jahre? Ist die Frau schwanger? Pflegt die Person daheim einen Angehörigen?

Betreiber berichteten von ohnehin sinkenden Testzahlen. Nun können sie pro Test auch noch weniger Geld abrechnen. Bei der Teststelle in Arnsberg soll für den Übergang zumindest bis Montag auf die drei Euro Eigenanteil verzichtet werden. Bei acht Stellen in Münster gilt das sogar für den ganzen Juli: Man wolle versuchen, sich im Sommer bei «plus minus Null» zu halten und hoffe dann wieder auf mehr Testpersonen im Herbst und Winter, sagte Lou Hülswitt von der Betreiberfirma Triple A.

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