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Corona-Kontakt-App: Staatsanwaltschaft Bochum wollte Daten

Bochum (dpa/lnw)

Die Staatsanwaltschaft Bochum hat in einem Ermittlungsverfahren versucht, auf die Daten einer App für die Corona-Kontaktverfolgung zuzugreifen. Bei dem Verfahren wegen Körperverletzung sollten mit einer gerichtlichen Anordnung die Daten aus der Web-App «Recover» erhoben werden, wie die Staatsanwaltschaft Bochum am Freitag mitteilte. «Aufgrund technischer Probleme erfolgte indes keine Sicherung und Auswertung der Daten.»

Von dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Zuvor hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» berichtet. Demnach seien die Ermittler mit einem Durchsuchungsbeschluss beim Kölner Betreiber der App erschienen. Mit den Daten aus der App wollten die Beamten laut «Kölner Stadt-Anzeiger» einen bisher unbekannten Schläger ausfindig machen, der einen anderen Mann in einem Lokal schwer verletzt haben soll.

Ähnlich wie mit der Luca-App können sich Gäste mit der Anwendung «Recover» in einem Restaurant registrieren. Die Daten können dann vom Gesundheitsamt für die Corona-Kontaktverfolgung genutzt werden.

Ein ähnlicher Fall hatte vor kurzem in Mainz in Rheinland-Pfalz für Aufsehen gesorgt. Dort hatte die Polizei bei Ermittlungen zu einem Todesfall auf Daten von Besuchern einer Gaststätte aus der Luca-App zugegriffen. Dafür habe keine hinreichende rechtliche Grundlage bestanden, hatte die Staatsanwaltschaft eingeräumt und sich entschuldigt.

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