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Verkehr

Corona-Pandemie: VRR rechnet mit jahrelangen Mindereinnahmen

Die Corona-Pandemie hat 2020 im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr für millionenschwere Einnahmeausfälle gesorgt. Geholfen hat ein Rettungsschirm, der auch 2021 aufgespannt werden soll.

dpa

Das VRR-Logo klebt an einem Fahrkartenautomaten. Foto: Martin Gerten

Gelsenkirchen (dpa/lnw) - Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) erwartet wegen der Corona-Pandemie noch bis ins Jahr 2024/25 geringere Ticketumsätze als ursprünglich geplant. Nach Einnahmeausfällen im vergangenen Jahr in Höhe von 233,5 Millionen Euro sei auch im laufenden Jahr mit weiteren Ausfällen zu rechnen, teilte der VRR am Dienstag in Gelsenkirchen mit. Man begrüße, dass sich Bund und Land NRW für eine Fortführung des ÖPNV-Rettungsschirms ausgesprochen haben. «Es ist wichtig, dass der Finanzierungsbedarf ausgeglichen wird, damit unsere Partner im VRR weiterhin ihr volles Verkehrsangebot aufrechterhalten können», sagte VRR-Vorstand José Luis Castrillo in einer Online-Pressekonferenz. Prognosen des VRR sehen im besten Fall frühestens im Jahr 2024 die Erreichung der ursprünglichen Umsatzziele vor.

Derzeit liegen die Fahrgastzahlen laut VRR bei 30 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit. Der VRR geht davon aus, dass eine Erholung nur schrittweise geschieht, wenn Fahrtanlässe wie etwa Freizeitfahrten, Bundesligaspiele mit Zuschauern, Konzerte oder Messen wieder zum ursprünglichen Niveau zurückkehren. «Eine große Aufgabe für die nächsten Monate, vielleicht sogar Jahre ist es, insbesondere die Fahrgäste, die nicht regelmäßig mit Bus und Bahn unterwegs sind, für den ÖPNV zurückzugewinnen», betonte der VRR.

Es deuteten sich nachhaltige Veränderungen für die gesamte Arbeitsplatz-Mobilität an, teilte der Verbund weiter mit. Als Beispiele nannte der VRR etwa Homeoffice oder berufliche Reisen. Rund 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiteten mittlerweile mehrere Tage pro Woche von daheim. «Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf unser Arbeiten, Lernen und unsere Freizeit», sagte Castrillo. Zusammen mit Industrie- und Handelskammern seien daher weitere Untersuchungen zur künftigen Arbeitsweltgestaltung geplant. Daraus will der Verbund dann Rückschlüsse für künftige Mobilitätsangebote ziehen.

Der VRR stellte in diesem Zusammenhang ein Pilotprojekt vor, in dem ein Homeoffice-Tarif für Großkunden der Düsseldorfer Rheinbahn getestet werden soll. Bei den sogenannten «FlexTickets» zahlen die Kunden für 30 Tage einen Grundbetrag von 20 Euro und bekommen dann für maximal zwölf 24-Stunden-Tickets bis zu 70 Prozent Rabatt. Das Projekt soll im Mai oder Juni starten. «Solche Tarife bringen mehr Flexibilität ins aktuelle Tarifangebot und bieten eine echte Alternative zur Autonutzung», sagte Castrillo.

Der VRR ist einer der größten Verkehrsverbünde Europas. Im Auftrag von sieben Kreisen und 16 Städten organisiert er den Nahverkehr am Niederrhein und im Ruhrgebiet. Die Bus- und Bahnfahrten werden dabei von kommunalen und privaten Verkehrsbetrieben sowie Eisenbahnverkehrsunternehmen ausgeführt. Im Verbundraum leben rund 7,8 Millionen Menschen.

© dpa-infocom, dpa:210316-99-843678/3

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