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Fragen & Antworten

PCR-Test in NRW: Was Sie rund um den Corona-Test wissen müssen

NRW

Für wen ist der PCR-Tests kostenlos, wo kann man ihn durchführen lassen und was gibt es noch zu beachten? Fragen und Antworten rund um den PCR-Test.

Von Lea Wolfram

Während die Infektionszahlen wachsen, schwinden die Kapazitäten für die dringend notwendigen PCR-Tests. (Symbolbild) Foto: dpa/Julian Stratenschulte
  • PCR-Tests gelten als verlässlichster Nachweis für eine akute Corona-Infektion.
  • Derzeit sind sie noch für alle Menschen unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos verfügbar.
  • Dies soll sich mit einer beschlossenen Priorisierung jedoch ändern.
  • Wann die Priorisierung greifen und wie genau sie ausgestaltet sein wird, ist derzeit noch offen.

Sie sind in der sich auftürmenden Omikron-Welle wichtiger denn je – gleichzeitig werden die Kapazitäten immer knapper: Der PCR-Test gilt noch immer als "Goldstandard", wenn es darum geht, akute Infektionen mit dem Coronavirus verlässlich nachzuweisen. Doch die gesteigerte Nachfrage nach den Tests sorgt für eine starke Auslastung der Labore.

In bestimmten Fällen können sich die Menschen in Deutschland kostenlos per PCR-Test auf das Coronavirus testen lassen, ansonsten müssen sie die Kosten für die als sehr verlässlich geltenden Tests selbst tragen. Lesen Sie mehr dazu, wann ihnen ein kostenloser Test zusteht, wo Sie sich testen lassen können und was Sie zusätzlich beachten müssen.

Was genau ist ein PCR-Test?

Der PCR-Test (die Abkürzung steht für Polymerase-Kettenreaktion) wird eingesetzt, um eine akute Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen. Der Test liefert einen direkten Erregernachweis und ist der derzeit zuverlässigste Nachweis über eine akute Corona-Infektion.

Da die Konzentration des Virus SARS-CoV-2 vor allem in den Schleimhäuten am höchsten ist, wird dort eine Probe entnommen, die in medizinischen Laboren untersucht wird. Oftmals wird die Probenentnahme mit einem speziellen Tupfer im Rachen oder Nasenrachenraum durchgeführt. "Wenn sich Symptome der tiefen Atemwege zeigen, werden Proben auch durch Hustenauswurf, Spülungen oder die Entnahme von Sekret aus der Luftröhre gewonnen", informiert das Bundesministerium für Gesundheit auf einer Info-Seite zum Thema PCR-Test.

PCR-Test, Antigen-Schnelltests, Selbsttests – wo liegt der Unterschied?

  • Selbsttest
  • Am einfachsten durchzuführen sind die sogenannten Selbsttests, die auf ein spezifisches Eiweiß-Fragment des Virus' reagieren. Sie können an unterschiedlichen Orten wie Supermärkten oder Drogerien gekauft und zuhause selbst angewendet werden. Die Testung erfolgt in den meisten Fällen durch einen Nasenabstrich. Da die Tests eine höhere Fehlerquote haben, sollte zur genauen Abklärung einer möglichen Infektion zusätzlich ein PCR-Test durchgeführt werden.

  • Antigen-Schnelltest
  • Antigen-Schnelltests reagieren ebenfalls auf ein spezifisches Eiweiß-Fragment des Coronavirus'. Die Tests kommen vor allem in Testzentren, Schulen oder Pflegeheimen zum Einsatz und werden nur durch geschultes Personal mit einem Nasen- oder Rachenabstrich durchgeführt. Im Gegensatz zu PCR-Tests können sie direkt nach der Probenentnahme vor Ort ausgewertet werden. Die Schnelltests sind für den Besuch mancher Orte als Nachweis vorgeschrieben, zum Beispiel in Bereichen, in denen 3G, 2G oder 2G-Plus gilt. Da sie jedoch, ebenso wie Selbsttests, fehleranfälliger sind als PCR-Tests, sollte zur genauen Abklärung einer möglichen Infektion auch hier ein PCR-Test durchgeführt werden. 

  • PCR-Test
  • Klarheit über eine akute Corona-Infektion bringt nur der PCR-Test, der das Erbmaterial des Erregers nachweist. Der Test gilt als "Goldstandard" und als sehr zuverlässig. Die Probenentnahme erfolgt nur durch geschultes Personal, zum Beispiel Hausärzte, und die Auswertung wird in medizinischen Laboren durchgeführt. Doch auch beim PCR-Test kann es in Einzelfällen zu falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen kommen – zum Bespiel zu Beginn einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2, wenn die Viruslast noch nicht sehr hoch ist. In solchen Fällen kann ein weiterer PCR-Test nötig sein.

Priorisierung bei PCR-Tests beschlossen  – offene Fragen nach Bund-Länder-Konferenz

Durch die Delta- und Omikron-Welle ist die Nachfrage nach PCR-Tests in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. So wurden in Deutschland innerhalb der dritten Januarwoche 2022 mit mehr als 2,5 Millionen PCR-Tests so viele Tests durchgeführt wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie, wie aus den Erhebungen des Laborverbandes ALM hervorgeht. Das entspricht etwa 364.000 Testungen pro Tag. Zum Vergleich: In der österreichischen Hauptstadt Wien werden derzeit rund 300.000 PCR-Tests täglich kostenlos durchgeführt, bis zu 800.000 pro Tag seien bereits durch aufgestockte Kapazitäten möglich, wie NTV berichtet.

Aufgrund der hohen Auslastung der Labore kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits Mitte Januar eine Priorisierung der Tests sowie weitere Anpassungen auf Bundesebene an. Ein entsprechender Entwurf wurde bei der Bund-Länder-Konferenz am 24.01. diskutiert. Dabei wurde eine Abkehr der bisherigen Teststrategie und eine Aufstockung der Testkapazitäten beschlossen.

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