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Corona-Schutz: Länger stehen bleiben in Altstadt verboten

Die Kneipen an der «Längsten Theke der Welt» sind wegen Corona schon lange geschlossen. Jetzt darf man auch davor nicht mehr länger stehen bleiben. Düsseldorf reagiert damit auf einen Besucheransturm, steigende Infektionszahlen und die britische Virusvariante.

dpa

Mehrere Personen sind trotz Corona-Krise in der Düsseldorfer Altstadt unterwegs. Foto: David Young

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Stadt Düsseldorf hat ein «Verweilverbot» für die berühmte Altstadt und das nahe gelegene Rheinufer an den kommenden Wochenenden bis zum 14. März verhängt. Damit ist es fast den ganzen Tag über verboten, in dem Bereich länger stehen zu bleiben, sich hinzusetzen oder auf eine Wiese zu legen.

Hintergrund: Am vergangenen Wochenende hielten sich Zehntausende Menschen bei bestem Wetter in den Gassen der Altstadt und vor allem an der Rheinpromenade auf. Der Stadt zufolge wurde der gebotene Mindestabstand immer wieder missachtet. In der Allgemeinverfügung heißt es zur Begründung der Maßnahmen sogar, dass am besagten Wochenende so viele Menschen da gewesen seien, wie vor den ersten Corona-Schutzmaßnahmen.

Die Stadt geht laut dem Text der Allgemeinverfügung davon aus, dass es mit steigenden Temperaturen eher noch mehr Menschen an den Rhein ziehen könnte. «Angesichts entfallener Alternativen» nehme die Attraktivität zu.

Zudem stieg die Zahl der Neuinfektionen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zuletzt tendenziell wieder. Am Donnerstag lag die Zahl je 100 000 Einwohnern in sieben 7 Tagen laut Robert Koch-Institut bei 56,1. Wie ein Stadtsprecher ergänzte, ist bei den Infektionen vor allem die Zahl der besonders ansteckenden britischen Virusvariante hoch: Sie liege bei den untersuchten Proben inzwischen bei 49 Prozent.

Die neue Allgemeinverfügung trat am Donnerstag in Kraft. Sie gilt von freitags 15.00 Uhr bis 1.00 Uhr in der Nacht sowie samstags und sonntags jeweils von morgens 10.00 Uhr bis nachts um 1.00 Uhr. Mit den Uhrzeiten soll die Verfügung gegen mögliche Klagen wegen mangelnder Verhältnismäßigkeit geschützt werden. In einer zweiten Verfügung wurde - für die gleichen Uhrzeiten - an der Rheinpromenade eine Maskenpflicht eingeführt. Warteschlangen - soweit man den Mindestabstand einhält und Maske trägt - bleiben zum Beispiel vor Eisdielen erlaubt.

Die Stadt will 300 rote Schilder aufstellen, die mit dem Schriftzug «Verweilverbotszone: Bitte gehen Sie weiter» versehen sind. Der Satiriker und Moderator Micky Beisenherz kommentierte das Steh-Verbot am Donnerstag bei Twitter mit einem alten Elton-John-Song: «I'm still standing» werde nun zum «Protestsong».

© dpa-infocom, dpa:210225-99-586484/3

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