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Missbrauchsfall in Lügde

„Das Geschehene übersteigt jede Vorstellung“

Lügde/Bielefeld

Auf dem Campingplatz in Lügde sollen missbrauchte Kinder gezwungen worden sein, an anderen Kindern schlimmste sexuelle Handlungen vorzunehmen. Diese Taten soll Andreas V. (56) gefilmt haben. Eine entsprechende Aussage hat ein Kind bei der Kripo in Bielefeld gemacht, und die Angaben werden als glaubwürdig eingeschätzt. „Was in Lügde passiert ist, übersteigt jede Vorstellung“, sagt Rechtsanwalt Peter Wüller aus Bielefeld, der vier mutmaßliche Missbrauchsopfer vertritt.

Christian Althoff

Schauplatz der Verbrechen: Ein Kindertretauto und ein Hüpfball vor der bereits zum Teil abgerissenen Parzelle des mutmaßlichen Täters. Foto: Guido Kirchner, dpa

Mehr als 1000 Seiten stark ist die Hauptakte, die die Ermittlungskommission Anfang Mai an die Staatsanwaltschaft Detmold geschickt hat – außerdem eine weitere Akte für jedes mutmaßliche Opfer. In ihrem Abschlussbericht legt die Kripo dem Hauptbeschuldigten Andreas V. (56) aus Lügde den Missbrauch von 28 Opfern zur Last. Sein Komplize Mario S. (34) aus Steinheim soll 18 Opfer missbraucht haben.

In der vergangenen Woche gab die Staatsanwaltschaft Detmold den Verteidigern der Beschuldigten und den Opferanwälten zum ersten Mal Einblick in die Akten. In der Akte seien auch Porträtfotos, die die Kripo von den Kindern gemacht habe. „Wenn ich mir die Gesichter der Kleinen ansehe und dann lese, was ihnen angetan wurde, wird mir schlecht“, sagt der Rechtsanwalt. Aus der Ermittlungsakte ergebe sich, dass die Kinder auf alle nur denkbaren Arten vergewaltigt worden seien.

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